01 / 04 / 2012 - 16:24 Uhr

Joel-Peter Witkin: Philanthrope et surréaliste

Burkhard Maus

Joel-Peter Witkin - Bibliothèque nationale de France

Paris hat erkannt, was die Photographie-Kunst von Joel-Peter Witkin bedeutet:
Philanthropie und Empathie für die von der Gesellschaft Ausgeschlossenen.

Joel-Peter Witkin "Thêàtre de Mort" - Bibliothèque nationale de France

Ob in ihrer Mobilität Beeinträchtige oder andere nicht unbedingt in der Gesellschaft mehrheitlich repräsent, vermittelt Witkin in würdevoller Art Publizität. Dabei entsteht gleichzeitig die kolossale Chance, Normalität zuzulassen, die von Betroffenen eigentlich empfunden, jedoch von Öffentlichkeit ihnen aber verweigert wird. Wer nun hier normal ist oder nicht -  diese Frage zerfällt in sich durch die Photographien von Joel-Peter Witkin, der auch  der Betrachterin und dem Betrachter seiner Kunst Erschütterung und Schauder nimmt. Er stilisiert surreal die Welt und macht sie auf wundervolle Weise erträglich für alle. Auch bei der Darstellung von menschlichen Körperteilen hilft ihm seine höfliche Art, letztlich ihnen in einem entsprechenden Ambiente Schönheit und ihre Ruhe zu verleihen.

Joel-Peter Witkin "Histoire du monde occidental" (détail) - Galerie Baudoin Lebon

Witkin komponiert seine Photographien. Er verhilft seinen Modellen  zu Attraktivität und Ästhetik. Mit einer Hingabe nimmt er sich ihrer und der Motive an. Menschlichen Fragmenten schenkt er neues Leben oder begleitet sie in den Tod, respektvoll.
Die Auffassung, Witkin würde Menschen in ihren Inmobilitäten  oder angeblicher Besonderheit für seine visuellen Ziele missbrauchen, ist infam oder signalisiert Unkenntnis. Der Künstler ist ein Menschenfreund. Er empfindet Empathie zu und mit ihnen und öffnet die Tür zur Realität- beider Welten - und zur Akzeptanz.

Joel-Peter Witkin "Mort par autoérotisme", "Péchés de Joan Miró; Monogramiste M "Le Mort suprenant une femme"- d' après Michel Ange - Bibliothèque national de France, (détail) (v.l.n.r.)

Zu behaupten, sie zu be-nutzen und auszubeuten, ist unwahr. Nekrophile Ambitionen sind ihm ebenso nicht zu unterstellen. Wer von ihm weiss, widerspricht vehement diesen. Zu seiner Entourage gesellt sich Humor,  der in vielen Abbildungen sein Augenzwinkern erkennen lässt.

Joel-Peter Witkin

Die Witkin unterstellte Leichenfledderei lässt sich ebenso rasch widerlegen, besucht man die Ausstellung in der Bibliothèque nationale de France. Seine Exponate werden parabelartig mit anderen zum Beispiel von Rembrandt, Pablo Picasso, Jean-Luis Desprez, Pierre Milan oder Albrecht Dürer konfrontiert.
Die grossartige Exposition "Enfer ou ciel"  bestätigt Witkin' Nähe zu historischen Vor-Bildern und Künstlern wie Max Ernst oder auch Giotto di Bondone.

Joel-Peter Witkin "Femme sur une table" (l), Jean-Lois Desprez "La Chimère" (r), - Bibiothèque nationale de France

Religiösität und Surrealismus erliegen nicht selten der Ferne. Das offenbaren die Werke des 1939 in New York geborenen Photographien-Künstlers, der nach seiner Rückkehr als Kriegsphotograph aus dem Vietnamkrieg sich der Bildhauerei zuwandte und nach diesem Studium auch noch in der Kunstgeschichte seinen Master of Fine Arts erreichte. Alles findet sich in seinen Kunststücken wieder.

Die Galerie Baudoin Lebon stellt Joel-Peter Witkin - Titel  "Histoire du monde occidental" - bis 19.Mai 2o12 aus - und auf der ART PARIS FAIR bis heute.

In der Bibliothèque nationale de France endet  Joel-Peter Witkin'  "Enfer ou Ciel" - Exposition am 1.Juli 2012.

Und wann  öffnen sich für eine umfassende Werkschau des amerikanischen Künstlers  in einem deutschen Museum die Tore ?

Galerie Baudion Lebon

8, rue Charles-François Dupuis 75003 Paris

http://www.baudoin-lebon.com

Bibliothèque nationale de France

5, rue Vivienne

75002 Paris

http://www.bnf.fr/fr/evenements_et_culture/anx_expositions/f.jp_witkin.html

01 / 04 / 12 - 16:24 Uhr

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Kommentieren Sie diesen Artikel

2 Leserkommentare vorhanden

Martin

11:38 Uhr  

04 / 04 / 2012 // 

Echt interessanter Artikel
Weiter so :-)

viele Grüße

Martin

lililabelge

18:15 Uhr  

15 / 04 / 2012 // 

dieser Artikel ist so unverständlich wie fast alle Übersetzungen, die von Computern gemacht wurden.

Schade.

Menschliche Übersetzer kosten zwar etwas, dafür ist dann aber das Ergebnis wenigstens verständlich.