11 / 03 / 2012 - 22:49 Uhr

Jean-Michel Othoniel – Calme et silence

Burkhard Maus

Jean-Michel Othoniel

Wer durch Paris flaniert und sich vom Louvre aus dem Palais Royal nähert, passiert den “Kiosque des Noctambules” von Jean-Michel Othoniel zwangsläufig. Diese  im Jahre 2000 aus der Sammlung des Ministrère de la Culture et de la Communication am Place Colette platzierte Installation  begrüsst die Passantinnen und Passanten, die von ihrer Fröhlichkeit überrascht sind.
Glaskugeln aufgereiht, ‘mal auf- und ‘mal absteigend in der Folge ihrer Anordnung changieren je nach Lichteinflüssen, ob bei Tage oder nächtens. Verändert der Citoyen  die Distanz zu den einzelnen runden Körpern, nimmt seine Präsenz ebenfalls Einfluss auf die Farben. Sich in den fast endlos wirkenden fragilen Objekten zu spiegeln, ist möglich, sich zu erkennen, wäre zu simpel.

Jean-Michel Othoniel "Nœud miroir, gris et alessandrita" (v) , "Nœud vert et ambre" (h)

Denn der 1964 in Saint Etienne geborene Künstler hat seine Verbundenheit zur Konzeptkunst gefunden. Das auf den ersten Blick sich ergebene attraktive Äussere der Kunststücke ist letztlich ein Vehikel  und fordert zur Auseinandersetzung auf. Schönheit ist hier nicht Thema, vielmehr die Bedeutung Othoniel’s Kunst.

Jean-Michel Othoniel "Amant Suspendu" (détail) (v), "Sans titre" (détail) (h)

Der französische Artist, früh bekannt geworden durch öffentliche Auftritte wie im Musée d’Art Moderne de la Ville des Paris,  bei der Documenta IX, Fondation Cartier, im New Orleans Museum of Modern Art, Museum of Modern Art New York, Centre Georges Pompidou, ist ein Schelm.

Jean-Michel Othoniel "Nœud ambre dégradé miroir" (l)

In Anlehnung an  Marcel Duchamp’s “À bruit secret” philosophiert Othoniel das, was die – trotz ihres Umfanges -  filigran wirkenden Gläser zusammenbringen und -halten, die Knoten untereinander, vom Anfang bis zum Ende. Betrachtet man die in der Galerie Karsten Greve (Köln) bis zum 26.Mai 2012 unter anderem gezeigte neue Werkgruppe von Othoniel, so kommt Sehnsucht nach  Unendlichkeit der Glaskugelketten auf.

Jean-Michael Othoniel "Nœud miroir, gris et alessandrita" (détail) (v), "Nœud miroir et alessandrita" (h)

Jean-Michel Othoniel "Mon cœur serré"

Sie strahlen eine Ruhe aus, so unterschiedlich auch in Farben, die die Intention des Künstler unterstützen.

“À bruit secret” – bis 26.Mai 2012

Galerie Karsten Greve
Drususgasse 1 – 5
Köln
www. galerie-karsten-greve.com

11 / 03 / 12 - 22:49 Uhr

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