09 / 02 / 2012 - 1:29 Uhr

Francesco Clemente – für sich und auch gemeinsam

Burkhard Maus

v.l.n.r.: Francesco Clemente "o.T.", Jean-Michel Basquiat und Andy Warhol "o.T.", Jean-Michel Basquiat und Andy Warhol "Heart Attack", Andy Warhol "Friedrich Monument"

Ungewöhnlich und vermutlich heute kaum vorstellbar, dass sich drei in ihren künstlerischen Lebensäusserungen und an Jahren unterschiedliche Artisten zu einer Kooperation zusammenschliessen.Dass die Motive für die Gemeinsamkeit keine Kongruenz aufwiesen, belastete die Beziehung ebenso wenig, wie auch der Anlass jedes einzelnen biographisch bedingt differenzierte. Vielleicht war das eine der Ebenen, die diese beeindruckende Liaison wohl heute um so mehr zur Reflexion aufrufen sollte.
“MÈNAGE À TROIS”, so der Titel der in der Bundeskunsthalle morgen zu besichtigen Schau der drei grossen Maler: Jean-Michel Basquiat, Francesco Clemente und Andy Warhol.

Francesco Clemente "Porta Coeli" (l), "Bianchi" (r)

Basquiat, 1960 in Brooklyn geboren, starb zu früh, 1988. Bereits in seinem so kurzem Leben  schaffte er Aufsehen erregende Grossformate. Das  Musée d’Art moderne de la Ville de Paris widmete ihm 2010/2011 eine umfangreiche Einzelausstellung.
Andy Warhol  (1927 bis 1987), der Senior der Drei konnte schon eine erfolgreiche Karriere vorweisen, als sie zusammentrafen.
Und Francesco Clemente, der Neapolitaner (Jahrgang 1952) war von dessen Aktivitäten angetan. Gewiss empfanden alle auch Sympathie und Neugierde für einander. Ihre Unterschiede der eigenen Kunst brachten sie zusammen. Denn auch nach dieser zwei Jahre andauernden Phase (1983 bis 1985) gingen Basquiat, Clemente und Warhol ihre eigenen Wege.
Die von Susanne Kleine kuratierte Kunstschau in Bonn stellt die drei Künstler – jeden für sich – vor und zeigt ihre Gemeinsamkeiten auf.

Francesco Clemente "o.T."

Francesco Clemente, in New York lebend, wurde noch im vorigen Jahr von der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main präsentiert. Wohl seine Mutter vermittelte als Malerin  ihm – der Vater ging der Tätigkeit als Richter nach – die Nähe zur Kunst.  Clemente interessierte sich in jungen Jahren bereits für Malerei aus der Zeit des 16.Jahrhunderts. Auch wandte er sich Sprachen wie Griechisch und Latein zu. Auffallend war auch, dass er schon als Pennäler Gedichte schrieb und publizierte. Anfang der siebziger Jahre zeigt Clemente im Rom Photographien. Diesem Medium begegnete der auf dem Weg zur Malerei und seiner Richtung der Transavantgarde.

Francesco Clemente (v.l.n.r.) "Necessity", "The Swan", "Equator", "Fortune" (détail), "The Hunter's Dream"

Im Laufe der Zeit erreichten  ihn mehrfach  Einladungen zur Teilnahme an der venezianischen Kunstbiennale (1988, 1993 und 1997). Heute, neben seiner Malerei reicht er Wissen und  Erfahrung an die Studentenschaft in New York weiter – als Professor.

MÈNAGE À TROIS – 10.Februar bis 20.März 2012
Bundeskunsthalle
Friedrich Ebert Allee 4
53113 Bonn
www.bundeskunsthalle.de

09 / 02 / 12 - 1:29 Uhr

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