01 / 02 / 2012 - 23:28 Uhr

Die radikale Absenz des Ronny Läpplinger bis zur dOCUMENTA (13)

Baden Brothers

Der Autor Christian Saehrendt

Der Autor Christian Saehrendt

Der erste, tragikomische Roman des Kunsthistorikers Dr. phil.Christian Saehrendt verhandelt ein ewig aktuelles Problemfeld des künstlerischen Schaffens: Die Frage nach Erfolg und Scheitern, nach Glück und Unglück im Künstlerdasein. In scheinbar authentisch autobiografischer Tagebuchform wird erzählt, wie ein Künstler aus der süddeutschen Provinz, der nach hoffnungsvollem Beginn im internationalen Kunstbetrieb keine Anerkennung mehr findet, den Provinzalltag in einer Mischung aus Verzweiflung und Galgenhumor auszuhalten gezwungen ist, bis er mutig aus seiner Identitätskrise ausbricht und sich auf eigene Faust aufmacht, um auf der dOCUMENTA 13 sein Comeback zu feiern. Der Roman, der teilweise in der nahen Zukunft spielt, bietet einen Vorgeschmack auf die Kollateralereignisse der dOCUMENTA 13, die uns dieses Jahr in Kassel wie gewohnt erwarten.

Lesung aus dem Roman
«Die radikale Absenz des Ronny Läpplinger»

von Christian Saehrendt

Eine Kooperation der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und dem Adam Seide Archiv

Selbstbildnis Ronny Läpplinger mit Sohn, Öl auf Leinwand, 2011.

Selbstbildnis Ronny Läpplinger mit Sohn, Öl auf Leinwand, 2011.

Dienstag, 07. Februar 2012
20:00
ZKM Vortragsaal
Eintritt: frei
Moderation: Sebastian Baden (Kunstwissenschaft, HfG Karlsruhe)


Zur Story:
Nach Jahren des wilden Künstlerlebens in Hamburg und London ist Ronald Läpplinger in die schwäbische Heimat zurückgekehrt. Nun wohnt er im Alter von 47 Jahren wieder bei seiner Mutter in Böblingen, im alten Jugendzimmer mit Dachschräge. Bekifft liegt er im Bett, mümmelt Cointreaupralinen und hört Death Metal. Die totale Regression. Auch auf künstlerischem Gebiet: Der ehemals radikale Performance- und Konzeptkünstler malt jetzt unter dem
Pseudonym RON.EGOXL Porträts mittelständischer Unternehmer und Wandgemälde für Restaurants, in einem Stil, den man wohlwollend als «gemäßigten Provinzsurrealismus» bezeichnen könnte. Und zu allem Überfluss ist Ronny auch noch aussichtslos
verliebt, in eine dickliche Angestellte der Kreissparkasse – seine Schwägerin ...
...doch mit einem buchstäblichen Knall wird alles anders!

Saehrendt wurde an der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg mit der Arbeit promoviert: «Ernst Ludwig Kirchner. Bohème-Identität und nationale Sendung» (2002) und ist Autor u. a. von Titeln wie Das kann ich auch! Gebrauchsanweisung für moderne Kunst und Geier am Grabe van Goghs, die er zusammen mit Steen Kittl geschrieben hat. In Die radikale Absenz des Ronny Läpplinger (WALDE+GRAF Verlag) verbindet Saehrendt sein profundes Wissen über Kunst und den Kunstbetrieb mit seinem Talent als Satiriker. Der Autor lebt am Thuner See im Berner Oberland.

Die Lesung wird moderiert von Sebastian Baden, Kunstwissenschaft & Medientheorie, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Im Anschluss an die Lesung findet ein Umtrunk statt.

Aus dem Vorwort des Romans:
«Seit seiner tragisch verlaufenen Performance liegt Ronald (Ronny) Läpplinger im Koma, er
ist nicht ansprechbar, und doch bin ich sicher, dass diese Publikation vollkommen in seinem
Sinne ist. Ronalds Familie: Bernd, Matthias und Mirjana Läpplinger, sowie seine Freunde
Vittorio Bernasconi und Uwe Voigt haben mich im Herbst 2012 gebeten, seine Tagebücher zu
kommentieren und in Buchform zu veröffentlichen. Ich habe sofort zugesagt, zum einen,
weil Ronny ein ehemaliger Kommilitone von mir ist — und zum anderen, weil ich seinen fürchterlichen Unfall in Kassel selbst miterlebt habe. Einige Weggefährten und Künstlerkollegen, auch viele Zeitzeugen, haben sich bereit erklärt, die Edition durch ihre Statements zu bereichern — andere haben sich, zum Teil mit harten Worten, von Ronny distanziert.» (aus: Christian Saehrendt: Die radikale Absenz des Ronny Läpplinger, 2011)

Pressestimmen:

«In seinem ersten Roman lässt der in Thun lebende Kunsthistoriker einen fiktiven
Künstler gründlich scheitern und dabei locker-ironisch über den realen Kunstbetrieb
plaudern ...geschickt fädelt der Autor den fiktiven Verweigerungskünstler in den realen
Kunstbetrieb ein, lässt ihn über erfolgreiche Ex-Kollegen wie Jonathan Meese lästern und
schickt ihn zu den Hot Spots der Gegenwartskunst: Biennale in Venedig, Frieze Art Fair
in London, Art Basel. Bei Saehrendt ist der Mißerfolg seines Antihelden der Zündstein für
eine saftige Satire auf den Kunstbetrieb. Ronny Begegnungen mit Kunst und Künstlern leben
vom Geschick des Kunstkritikers Saehrendt für pointierte Kommentare. Manchmal fällt der
Humor reichlich deftig aus ...»
Der Bund, Bern

«fulminante Satire auf Kunstwelt und Künstlermythen, die tiefe Schmähs und hohen Reflexionsgrad schön ausbalanciert.»
Falter, Wien

«ein auf leichtfüssige Art abgrundschwerer Roman»
Neue Zürcher Zeitung

01 / 02 / 12 - 23:28 Uhr

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