12 / 12 / 2011 - 0:08 Uhr

Gerhard Pfennig - kein Seitenwechsel ab 2012

Burkhard Maus

Gerhard Pfennig

Zum Jahresende beendet der langjährige geschäftsführende Vorsitzende der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst (VG Bild-Kunst) seine Tätigkeit. Mit ihm verlieren die  Kunstschaffenden den profilierten Verteidiger ihrer Rechte und den renommierten Protagonisten im adäquaten Umgang mit neuen Medien unter Berücksichtigung ihrer Urheberinnen und Urheber.Den einen war er lästig, weil Pfennig stets  fuer die Einhaltung des Urheberrechts eintrat, den anderen war er der Advocat ihrer Belange, die letztlich Lebensäusserungen bedeuteten, nämlich die Ergebnisse ihres kreativen bis künstlerischen Schaffens . Begegnet man dem Juristen (Jahrgang 1946), trifft man auf nicht jemanden,  der wegen doch vermutlich ständiger Differenzen mit Dritten ob ihrer Urheberrechtsverletzungen vielleicht über mangelnde Lebensfreude lamentieren würde. Nein, Pfennig meist guter Dinge, zeigte, dass gerade in der Auseinandersetzung mit und um Film, Kunst und Photographie und ihrer Artistinnen und Artisten er Lebensfreude und auch Glück empfand.

Gerhard Pfennig

Das begann bereits früh. Berührung mit dem Metier Kunst verschaffte ihm die Tätigkeit  als Bundesgeschäftsführer  des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK) - von 1973 bis 1988.
In dieser Zeit machte sich Gerhard Pfennig zum Streiter für das Folgerecht. Auf seine Initiative hin kam 1983 das Künstlersozialversicherungsgesetz zustande. Massgeblich war Pfennig an der Gründung des Kunstfonds e.V. - seit 2004 Stiftung, dessen Geschäfte er bis 2009 führte,  beteiligt.  Über den nationalen Rahmen hinaus wirkte Pfennig im internationalen Dachverband des Verwertungsgesellschaften, Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs (CISAC) in Paris,  mit. Ihm gelang der Abschluss von  Gegenseitigkeitsverträgen, die die Vergütung aus Nutzungsrechten im Ausland für deutsche Urheberinnen und Urheber sicherstellen. Innerhalb der europäischen Grenzen macht sich Gerhard Pfennig unter anderem stark für die Gründung des Online-Lizenzportals (Online-Art). Auf ihn geht letztlich auch die äusserst erfolgreiche ökonomische Entwicklung der VG Bild-Kunst zurück - letztlich 2009 mit einem Rekorderlös von 125 Mio. EUR.

Neben verschiedener Lehraufträge hat Pfennig eine Professur in Mainz inne und gehört dem Hochschulrat der Kunstakademie Dresden an.

Gerhard Pfennig

Wer meint, dass Gerhard Pfennig sich nach dem reich an  Erfahrung und Erfolg gefüllten intensiven Arbeitsleben und dekoriert mit dem Bundesverdienstkreuz am Fusse des Saint Victoire zur Ruhe setzen und  mit der Oliven- und Lavendelernte seine Zeit verbringen wird, muss sich die eigene Unwissenheit eingestehen. Er bleibt der Kunst und dem Urheberrecht erhalten und treu, gewiss hier und da in anderer Mission, allerdings ohne die Seite zu wechseln.
Und das ist gut so.

12 / 12 / 11 - 0:08 Uhr

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1 Leserkommentar vorhanden

[...] Gerhard Pfennig ist der Geschäftsführer der VG Bild-Kunst, war in der Künstlersozialkasse engagiert, hat den Kunstfonds mitgegründet – ein Mann, dessen Leben und Wirken der Kunst verschrieben war. Entsprechend ist auch die Festschrift ausgefallen: Überaus schön und hochwertig, mit einem Druck von Klaus Staeck garniert, ist sie inhaltlich ausschließlich im Urheberrecht angesiedelt. [...]