12 / 09 / 2011 - 10:54 Uhr

Crowdfunding für Kreative: Was steckt dahinter?

Nadine Freischlad und Anna Theil

ART: Made by the Crowd

Wer die Hintergründe zu unserem Crowd-Experiment verpasst hat, kann hier nochmal nachlesen.

Experiment, Tag 46 - Endspurt der Funding-Phase

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Nadine schreibt:

Zuletzt hat das Projekt "Praktikum Lab" dank der Unterstützung von 2010LAB.tv nun doch noch ein wunderbares Pitch Video erhalten.

Hier erzählt Maya Wiseman, eine der ausführenden Künstlerinnen, wie es zu dem Projekt kam. Der Funding-Fortschritt schlich zunächst tagelang schleppend vor sich hin - doch nun haben wir, dank einer fantastischen Beteiligung von MTV, die sich allgemein als Sponsor der Social Media Week einsetzen, einen großen Sprung nach vorne gemacht!

Leider ist es schon sehr spät, und es bleiben nur noch 5 Tage für die vollständige Finanzierung des Projekts. Kommt der volle Betrag nicht zustande, erhalten die Künstler nichts und die Unterstützer ihr Geld zurück. Das sind die Regeln auf den meisten Crowdfunding-Plattformen. Hat Praktikum Lab noch eine Chance?

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Anna schreibt:

Das Projekt Praktikum Lab zeigt anschaulich die Chancen aber auch die Grenzen von Crowdfunding für Kreativschaffende. Für den Erfolg von Crowdfunding-Projekten ist es notwendig, seine Idee der Community verständlich und plausibel zu erklären und damit die Community so zu begeistern, dass die User nicht nur sagen "I Iike it", sondern "I pay for it". Das Projekt Praktikum Lab ist eine doch recht abstrakte Idee, die sich der Crowd - dem potenziellen Publikum - über die Beschreibungstexte nicht unbedingt sofort erschließt. Das hängt vor allem damit zusammen, dass es kein greifbares Produkt ist, wie ein Film oder eine Musikplatte, sondern dass es eine Idee ist, die sich erst vor Ort auf der Social Media Week mithilfe der Crowd realisiert.

Damit die Idee von der Crowd verstanden wird und auch im Kopf bleibt, ist deshalb ein Pitch-Video zentraler Bestandteil eines jeden Crowdfunding-Projektes. Wenn wir uns das Video zum Praktikum Lab anschauen, verstehen wir nicht nur die Projektidee und die Motivation dahinter, sondern lernen auch die Projektinitiatorin Maya Wisemann persönlich kennen. Die persönliche Vorstellung des Kreativschaffenden ist sehr wichtig, damit Fans zu Unterstützern zu werden, da die Idee unumgänglich immer mit den Personen hinter dem Projekt verknüpft ist.

Viele Crowdfunding-Plattformen arbeiten mit dem Alles-oder-Nichts-Prinzip, das heißt der Projektinitiator erhält nur dann die Gelder, wenn das definierte Zielbudget innerhalb der vorher definierten Laufzeit erreicht wird - andernfalls erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück. Die Erfolgsquote von erfolgreich finanzierten Crowdfunding-Projekten in Deutschland liegt aktuell bei 43% (Quelle: Crowd funding-Monitor von Für-Gründer.de). Die Kreativschafffenden haben auf Crowdfunding-Plattformen die Möglichkeit ihre Ideen schon in einem frühen Stadium multimedial der Internet-Community vorzustellen und damit beim Publikum zu testen. Die Gründe, warum Projekte beim Publikum nicht so gut funktionieren können vielfältig sein: Nach unseren Erfahrungen auf Startnext sind es in der Regel nicht die Ideen, die nicht spannend wären, sondern die Präsentation auf der Plattform und die Vermarktung seines Projektes, insbesondere in der Finanzierungsphase, bleibt oft eine Herausforderung.

Ein paar Tage haben wir noch Zeit das Crowd-Experiment Praktikum Lab gemeinsam finanzieren. Nur wenn wir das Finanzierungsziel erreichen, kann das Projekt auf der Social Media Week als Installation im Planet modulor umgesetzt werden.

12 / 09 / 11 - 10:54 Uhr

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