22 / 08 / 2011 - 0:07 Uhr

Mischa Kuball: Mit Πλάτων um die Welt

Burkhard Maus

Mischa Kuball

Πλάτων hat Mischa Kuball motiviert. Nun begab er sich  mit dem Philosophen  auf den Weg nach Sydney, der ersten ausländischen Station seines Ausstellungsvorhaben  "Platons's mirror".  Bereits im ZKM warf Kuball grosse Schatten. Das Projekt ist beeindruckend.

Sich an Platon zu erinnern, ihn in die Realität zu holen, ist schon eine phantastische Idee, die gerade in dieser zum Teil beliebig gewordenen Polit-Zeit eine wohltuende Auseinandersetzung provoziert. Der Lichtkünstler aus Düsseldorf wurde in  Platon's Buch 7 "Politeia" fündig.
Diese Schrift  nimmt sich der Gerechtigkeit, die auch heute uns permanent mahnt, sie zu achten - oft, sehr oft vergebens, an.
Doch neben dieser Thematik galt seine Aufmerksamkeit der Differenzierung von Realität und Fiktion (Ideen).  Platon hat mit seinem Höhlengleichnisses die Verhältnismässigkeit  von Sein (Licht) und  Nichtsein (Schatten) dargestellt. Während die eine scheinbar gegenwärtig ist, unterstellt man der anderen das Gegenteil. Visuell oder virtuell ? Wirklichkeit oder Traum ?  Bedeutet Wirklichkeit als wahr ? Und lügt der Traum, weil er uns etwas vorspiegelt ?
Wie Spiegel und Reflexion (Schatten).  Ist etwa Gleiches dort zu sehen ? Nehmen einen nicht dann Emotionalität und Intelligenz an die Hand - an welcher von beiden befinden wir uns und wohin werden wir geführt ?  Ein Konfrontation, die auch die Kunstschaffenden anging.
Mischa Kuball, Jahrgang 1959, Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien in Köln, seit fast dreissig Jahren mit Projekten unter Berücksichtigung von Raum und Licht, nutzte Platon's Gedankenwelt für diese Ausstellungsreise, in diesem Monat in Sydney mit weiteren Stationen wie Krakau, Thessaloniki, Bukarest, Sofia, Belgrad, London (Mai 2012), Vilnius, Lissabon, Bogotá, Toronto, Sao Paulo (2013), Tokyo, Nancy, Lille, Rom, Los Angeles, Prag, Ankara und New York - in Kooperation mit dem Goethe-Institut.
Er hat mit den Installationen - unterstützt  von verschiedenen visualisierenden Medien (Photographie, Computertomographie, Video-Projektion) - sich in diesen Diskurs und auf Reise begeben, welche bald publiziert, mit  Beiträgen  der Autorinnen  Martina Dobbe und Ursula Frohne beziehungsweise Autoren Andreas Beitin, Hans Belting, Horst Bredekamp, Bacon Brock, Gernot Boehme, Leonhard Emmerling, Blair French, Wulf Herzogenrath, Friedrich A. Kittler, Friedhelm Mennekes, Hans Ulrich Reck, Yukiko Shikata, Peter Sloderdijk, Bernhard Waldenfels, Peter Weibel, John C. Welchmann und Duncan White, ihre Entourage gefunden hat.

Sydney, ARTSPACE vom 31.August bis 30.September 2011.

22 / 08 / 11 - 0:07 Uhr

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