15 / 03 / 2011 - 16:54 Uhr

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Baden Brothers

Junger Sammlerinnen mit Porträts: Anneli Botz, le Suisse-Marocain, Seraphine Meya (OPEN SPACE LAB, Kunstverein Heidelberg), Foto: FGS

Wieder einmal liegt die Art Karlsruhe hinter uns und es ist die Gelegenheit, unsere Eindrücke Revue passieren zu lassen. In diesem Jahr lag unser Fokus auf der Pop-Art, mit Werken von fast schon als Klassiker zu bezeichnenden Künstlern dieser Richtung wie Christof Kohlhöfer oder Alain Jacquet. Der eindeutige Publikumsmagnet war jedoch eine Wandinstallation des französischen Künstlerkollektivs Musée Igor Balut, eingerichtet von den beiden Künstlern Kit Brown und David Hardy dit le Suisse-Marocain aus Paris.

Dr. Andreas Sturies, Auktionator, Düsseldorf

Dr. Andreas Sturies, Auktionator, Düsseldorf

Aus Anlass der ART Karlsruhe hatten die Künstler des Musée Igor Balut (MIB) außerdem eine limitierte Auflage des Messeplakates geschaffen.  Die überarbeiteten Unikatdrucke, auf denen u.a. der Slogan „You may be rich in money, but you are poor in art“ zu lesen war, verkaufte sich binnen kurzer Zeit und machte viele weniger betuchte Kunstfans zu "reichen" Kunstbesitzern. Dieser feine Umkehrschluss entging auch den aufmerksamen Beobachtern der Presse nicht: Der MIB-Spruch schaffte es sogar in die FAZ Kritik von Sophie von Maltzahn, die damit klug ihren Kommentar zur Kunstmesse abschloß - nicht ohne den Messebesuchern das Poster als individuelles Andenken zu empfehlen. Einer der prominentesten Förderer war der Düsseldorfer Auktionator Dr. Andreas Sturies, der nun mit breiter Brust die frohe Botschaft des „Stress Forever“ von MIB in die Welt trägt.

Die vielen jungen Sammlerinnen und Sammler, die unsere Galerie gefunden hat ("Musée Igor Balut collects you" steht auf einem der Top-Hit-T-Shirts), dürfen Ihre Schätze nun auch gerne in Häppchen bezahlen, um sich an ihrer neuen Leidenschaft nicht gleich zu ruinieren. Dieses attraktive Angebot, das auch viele unserer Kollegen anbieten, bot Gesprächsstoff für das SWR2 Forum am vergangenen Freitag: Dort sprachen unter der Moderation von Susanne Kaufmann die drei Experten Prof. Dr. Beat Wyss, Johan Holten und Frau Dr. Rose-Maria Gropp über die „Erotik der Dinge“ und die Demokratisierung des Kunstmarktes an der Art Karlsruhe. Die „Freiheit der Kunst“, wie Beat Wyss in diesem Gespräch behauptet, wird erst auf der Kunstmesse buchstäblich begreifbar, denn hier darf jeder über sein Wohlgefallen bestimmen und – frei nach Schopenhauer – in Erfahrung investieren, im Guten wie im Schlechten. Dies ist auch das Fazit des FAZ-Beitrags zur Art, die der Karlsruher Kunstmesse noch steigende Qualität für die Zukunft abverlangt. Doch die Karlsruher "Problemzone" ist gleichzeitig eine Qualität der Messe, die damit dem modernen, demokratischen Prinzip des Kunstmarktes huldigt: Die Besucher sind Könige, nicht die Galeristen. Es ist nicht nur die Basarlaune, die auf der Messe für Stimmung sorgt, sondern auch das Neuland, auf dem viele Besucher der Art Karlsruhe sich an ihr erstes Werk - und dessen Preis - herantasten.

Die Erotik des Preises ist nämlich genauso unwiderstehlich wie das Ding selbst. À propos: Ein besonderes Schmankerl ist uns aufgefallen: Die Soloshow von Peter Weibel bei Kampl aus München zeigte frühe konzeptuelle Werke des Künstlers und ZKM-Direktors aus den 60er Jahren – und das war schon sehr sexy, auch preislich.

Jürgen Palmtag, realistischer Künstler, 2008, Tusche auf Papier, 21 x 29 cm

15 / 03 / 11 - 16:54 Uhr

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