09 / 10 / 2010 - 16:13 Uhr

Paris: Censure d’Art ? Prudence svp !

Burkhard Maus

Musée d' Art Moderne de la Ville de Paris

Musée d' Art Moderne de la Ville de Paris

Das Musée d’ Art Moderne et de la Ville de Paris befindet sich in kommunaler Trägerschaft, verfügt über eine bedeutende Sammlung der modernen und zeitgenössischen Kunst und glänzt mit Expositionen.

Das Haus ist bekannt für ungewöhnliche und herausragende Ausstellungen wie zum Beispiel Annette Messager, Steve McQueen, Olafur Eliasson, Dominique Gonzales-Foerster, Peter Doig, Giorgio de Chirico, Albert Oehlen und Elaine Sturtevant. Das wiederum ist nur mit excellentem Personal, angeführt von Fabrice Hergott, dem Direktor, möglich.
Diese Auffassung scheinen zur Zeit nicht alle zu teilen, im Hôtel de Ville.

Palais Tokyo (l) - MusŽée d' Art Moderne et de la Ville de Paris (r)

Palais de Tokyo (l) - MusŽée d' Art Moderne et de la Ville de Paris (r)

Es geht um die Exposition des amerikanischen Photographen Larry Clark “Kiss The Past Hello” (bis 2.Januar 2011). Rufe werden laut, dass seine Photographien der Pornographie das Wort reden und der Pädophilie huldigen. Auch wird behauptet, dass Drogenkonsum verharmlosend gezeigt wird.
Die altersbegrenzte Zulassung von Besucherinnen und Besuchern – Zutritt erst ab oder mit 18 Jahren – wurde durchgesetzt.
Dass Paris, Welt-Metropole für Kunst, Anmut, Feinsinn und Charme, sich des Vorwurfs der Zensur von Kunst aussetzt – ist das möglich ?
Verlässt man gar das Podest der Liberalität, indem die sorgfältig ausgesuchten Exponate angeblich als jugendgefährdend eingestuft dem jüngeren kunstinteressierten Publikum vorenthalten werden ?

Dass mit dieser Art und Weise letztlich auch Beschäftige des Museums diskreditiert werden und Fabrice Hergott’s Reputation vermutlich Schaden nimmt, ist nicht auszuschliessen. Oder ist das etwa das Ziel dieser “Kulturpolitik” ?

Sich eventuell mit dem Hinweis, möglichen strafrechtlichen Konsequenzen wegen der ausgestellten Werke des am 19.Januar 1943 geborenen Photographen und Filmregisseurs zu entgehen, indem solche Übergriffe begründet werden, ist nicht zu akzeptieren.

Fabrice Hergott

Fabrice Hergott

Existierte Bereitschaft, die Auseinandersetzung mit Künstler und seiner Kunst zu suchen, käme man wohl zwangsläufig zu anderer Haltung. Clark ist ein Artisten, der eindeutig und mit Empathie sich der Themen widmet, die in ihrer sozialen Brisanz an Bedeutung nicht verlieren. Dies in Form der Photographien zu verdeutlichen, heisst, eine klare und verständliche Sprache zu pflegen, um Menschen zu erreichen.
Skandalös ist das nicht – begrüssenswert. Skandalös ist, das zu verhindern. Und skandalös ist auch der Versuch, die Kompetenz des Museumspersonals samt Direktor somit zu desavouieren

Prudence, svp !

09 / 10 / 10 - 16:13 Uhr

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