21 / 08 / 2010 - 22:11 Uhr

Der lachende Vagabund ist von uns gegangen

Burkhard Maus

Christoph Schlingensief  "Church of Fear" - Biennale Venedig 2003

Christoph Schlingensief "Church of Fear" - Biennale Venedig 2003

Sein Fleiss und Interesse, Herausforderungen anzunehmen, schien unerschöpflich. National und international. Kein Jahr verging ohne zeitgenössisch-künstlerische Lebenszeichen von ihm.

Noch 2009 nahm er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig an. Seine schwere Erkrankung, unter der er seit zwei Jahren litt, beendete die grossartige Schaffenszeit des fast 5o Jahre alt gewordenen Theaterregisseur, der er mehr war. So verband Schlingensief seine Tätigkeit besonders auch mit gesellschaftlichen Verhältnissen, deren Auseinandersetzung er suchte und fand.

Provokation ihm zu unterstellen, wäre zu schlicht gewesen und man hätte ihm Unrecht getan. Vielmehr zeigte seine Unerschrockenheit, unpopuläre Themen aufzugreifen und künstlerisch umzusetzen, Mut und Verantwortungsbewusstsein.  Auch dafür ist ihm Dankbarkeit zu zollen.

Im nächsten Jahr sollte Christoph Schlingensief den Pavillon Deutschlands anlässlich der Biennale in Venedig bespielen. Die Kunstgemeinde war schon auf ihn gespannt.

Nun verliess er sie, endgültig.

Christoph Schlingensief verstarb heute. Wir vergessen ihn nicht.

21 / 08 / 10 - 22:11 Uhr

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2 Leserkommentare vorhanden

Werner Hahn

22:12 Uhr  

23 / 08 / 2010 // 

Bildende Kunst und Christoph Schlingensief:

Schlingensief als Bildender Künstler: Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat C.S. als einen der vielseitigsten und innovativsten Künstler der Kulturszene gewürdigt. Die NZZ meint, Christoph Schlingensief war „Scharlatan und Schamane“. Die „taz“ sieht in C.S. einen „wanderpredigerartigen Habitus“ und würdigt seine „so große Lust am Anarchischen und am Ausprobieren“. „Die Welt“ würdigt im Nachruf C.S.s „Charme und Aktionismus“, er war kein „Medienclown“. Elfriede Jelinek: C.S. „war einer der größten Künstler, die je gelebt haben”: In Kommentaren wird C.S. vorgeworfen, er habe ein Schild hochgehalten, auf dem “Tötet Helmut Kohl” stand. „Ist das Kunst?“ wird gefragt. GAENSHEIMER zum Tod: „Als Künstler war er von Anfang an unkorrumpierbar, unstrategisch und antielitär“. Seine Wahl zum Künstler des Deutschen Pavillons in Venedig 2011 habe „große Zustimmung, aber auch Ablehnung erfahren. Er hat eben auch in diesem Fall produktiv polarisiert.“ S.G.: Heute sei „klar, dass er mit seinem gesamten Werk nicht nur für die deutsche Kunst neue Maßstäbe gesetzt hat und dass diese Qualität immer noch unterschätzt wird.“ (FAZ). wernerhahn schreibt Christoph SCHLINGENSIEF und die Bildende Kunst (Biennale Venedig 2011) in der SZ: http://www.sueddeutsche.de/kultur/christoph-schlingensief-ist-tot-die-welt-verliert-ihren-herzlichsten-querulanten-1.991035-2 – Ebenda über Gerhard RICHTER, GAENSHEIMER & der Tod von SCHLINGENSIEF.

Mario David Fischer

0:16 Uhr  

18 / 09 / 2010 // 

R.I.P