27 / 06 / 2010 - 16:30 Uhr

Die Marienstraße lebt - dank Gregor Schneider

Burkhard Maus

Gregor Schneider "Marienstraße"

Gregor Schneider "Marienstraße"

Die Inauguration des Leopold Hoesch Museums in Düren - nach mehrjähriger Umbauzeit - wurde gleichzeitig auch zur Verleihung des Peill-Preises 2008 an den Künstler Gregor Schneider genutzt.
Und er dankte und überraschte mit einer Ausstellung, die bei den Museumsbesucherinnen und -besuchern bestimmt mehr als nur Nachdenklichkeit oder Irritation auslösen wird.
Der mit dem 'goldenen Löwen' der Biennale di Venezia 2001 ausgezeichnete bedeutsame Künstler holte einen Teil der Marienstrasse in das Kunsthaus.

Teil bzw. Ausschnitt des kompletten Trottoir von dieser Strasse mit Laternenmast samt Gulli - alles stammt aus der Gemeinde Inden-Pier - die dem Braunkohletagebau zum Opfer fiel. Dass dabei den damaligen Bewohnerinnen und Bewohnern durch Entwurzelung kolossales Leid zugefügt wurde, macht die Arbeit Schneiders unmissverständlich deutlich. Sie hilft, nicht nur der Erinnerung, sondern bietet Gefühlen eine Chance, die wir nutzen sollten, jetzt und auch in Zukunft.

Gregor Schneider

Gregor Schneider

Der 41jährige Gregor Schneider, seit 2009 Professor für Bildhauerei an der Universität der Künste in Berlin, fiel schon früh mit seinen Exponaten auf. Neben "Haus u r" und "Totes Haus u r", das er zur Biennale in Venedig 2001 präsentierte, kam "Cube" dazu. Offensichtlich politische Verhältnisse verhinderten die Präsentation 2005 in Venedig. Dafür gelangte "Cube" 2007 nach Hamburg. Mit "End" , seinem letzten und grossem Kunstwerk am Museum Abteiberg verband er Räumlichkeiten des "Haus u r".

Gregor Schneider "End" (Museum Abteiberg 2009)

Gregor Schneider "End" (Museum Abteiberg 2009)

Wohl kaum ein Künstler in Deutschland greift so intensiv in das Leben und seine Empfindsamkeiten bis Befindlichkeiten ein, setzt sich so sensibel, mutig und intellektuell mit gesellschaftlichen Verhältnissen auseinander wie Gregor Schneider. Das spiegelt auch die Kontroverse um seine Überlegungen zum Thema "Sterben und Tod".

Gehen Sie in und über die Marienstraße - im Leopold Hoesch Museum - bis zum 15.August 2010

27 / 06 / 10 - 16:30 Uhr

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Kommentieren Sie diesen Artikel

1 Leserkommentar vorhanden

susan riemer

14:41 Uhr  

29 / 07 / 2012 // 

I hope you speak English!! I am working with Memory. How does memory influence your work? I am most interested. Your work is so emotive.

Best wishes - Sue Riemer.