28 / 05 / 2010 - 16:22 Uhr
ElbVielHarmonie
Till Briegleb

Presserundgang im Rohbau der Elbphilharmonie in Hamburg. Jacques Herzog, Ascan Mergenthaler und Pierre de Meuron, die Architekten aus Basel, stehen am Boden der Tatsachen. Da die Wahrheit über diesen Bau zuletzt weidlich angedeutet wurde, und die Leichen im Keller dieser Geschichte noch längst nicht alle ans Licht gezerrt wurden, baten die Veranstalter beim feierlichen Richtfest um einen Tag kritischen Ausnahmezustand. Bitte keine Fragen zu Kosten, Schallbrücken, kaputten Federn, Schlamperei beim Rohbau, verdeckte und offene Betrugsvorwürfe in Richtung des Bauunternehmens Hochtief und zu der Gefahr, dass das neue Konzerthaus auf dem alten Speicher am Ende nicht nur zu teuer und zu spät fertig wird, sondern vielleicht auch akustisch verunglückt. Denn für all das können die Architekten nichts. Und daran hielten sich dann auch alle Kollegen und stellten nur brave Frage. So höflich sind die Hanseaten. Und da will man ja nicht ausscheren, deswegen hier nur ein paar Fotos.

So freut sich Pierre de Meuron

Sein Kollege Jacques Herzog kuckt dagegen eher sauertöpfisch. Hat er vielleicht jetzt schon Angst vor Sprayern? Oder ärgert es ihn, dass hier nicht aufgeräumt wurde

Vielleicht ist ihm aber auch nur aufgefallen, dass die ganzen Federpakete, auf denen später der Konzertsaal zur Schallisolierung ruht, und von denen Hochtief die meisten fehlerhaft eingebaut haben soll, schön eingepackt waren – damit niemand den Schaden sieht ?

Bestimmt hatte das nur dekorative Gründe.

Und solche Löcher im Boden? Sind das die Stellen, wo Hochtief den Beton nachfüllt, der fehlt, da Herzog & de Meuron beim Abklopfen der Wand zahllose hohle, schallübertragende Stellen bemerkt hat?

Ach, fragen sollte man ja nicht. Auch nicht, warum hier zwar viele Pressehelme bei Pierre de Meuron, aber nur eineinhalb Arbeiter zu sehen sind. Ist der neue Fertigstellungstermin vielleicht 2064?

Nein, das ist jetzt gemein, denn von oben in den Kessel geblickt sieht man, dass hier rege daran gearbeitet wird, das steile Konzerthaus so schnell wie möglich fertig zu machen.

Also, lassen wir am Richtfest mal Fünf gerade sein.

Und das ist schon möglich, wenn man die vielen verwinkelten Treppen, Durchblicke und rasanten Kurven sieht, aus denen das Konzerthaus komponiert wird.

Und oben auf der Aussichtsplattform für Jedermann kann man auch das geile Millionengefühl beim Blick über die Elbe erahnen.

Nach hinten blickt man, wie später einmal die Gäste des Westin-Luxus-Hotels, über die HafenCity, den neuen Stolz der Hanse

Und am Ende muss niemand aus den Löchern in der Fassade springen, denn Vorfreude auf den fertigen Bau ist in aller Bescheidenheit durchaus erlaubt. Also lächeln Sie doch auch mal, Herr Herzog!

Na, geht doch!
28 / 05 / 10 - 16:22 Uhr
1 Leserkommentar vorhanden
Klasse Bericht und super Fotos. Nun ärgere ich mich nicht mehr, dass ich letzte Woche nich drin war in dem Schinken! Danke!












Ich weiß gar nicht, warum´s hier so fein zugeht!? Ich als mi...
Hallo Herr Maus, Ihre Bilder sind fantastisch gut. Vielen ...
Guter Bericht mit ausgezeichneten Fotographien über die Werk...
Classes are fun for kids. Musclehedz A cartoon series, stret...
Klamauck mit ck? Und von welchen "Massen" gehen die Veransta...
Hallo Herr Maus, ich finde es sehr schade, dass Sie Ihre...
Hervorragende Ausstellung!...
allet jute men jong :D...
Toller Artikel. Danke. Macht weiter so!...
Tony Craigg macht klasse Skulpturen. Bin immer wieder begeis...