15 / 05 / 2010 - 9:09 Uhr

Endlich: Dinge fangen an, zurückzulieben

Dorothea Sundergeld

R2D2 lernt kuscheln (Foto: Stefan Ulrich)

R2D2 lernt kuscheln (Foto: Stefan Ulrich)

Schon lange lieben wir die Dinge, mit denen wir uns umgeben. Längst sind Gegenstände mehr als nützliche Werkzeuge oder banale Statussymbole. Dinge haben Einfluß auf unser Befinden, erzählen unsere Geschichte. Wir glauben, das sie uns Glück bringen, können nicht ohne sie einschlafen, sind traurig, wenn wir sie verlieren. Neu ist, das Dinge nun auch eine Beziehung zu uns entwickeln können: emotional-interaktives Design ist auf dem Weg in unsere Wohnungen.

Der in Berlin geborene Designer Stefan Ulrich zum Beispiel hat „Funktionide“ entwickelt, eine Art Kuschelroboter. Funktionide ist ein Kunststoffobjekt aus elektroaktivem Polymer. Mit künstlichen Muskeln kann es seine Form und Textur verändern. Und noch ein wenig mehr: Der Designer bezeichnet Funktionide als „ein autarkes amorphes Objekt, das beabsichtigt, seinem Besitzer das Gefühl von emotionaler Präsenz zu vermitteln“. Es nimmt Licht, Berührung und Schall wahr. Es reagiert auf den Stresslevel in menschlichen Stimmen und auf Berührung. Wird es schroff behandelt , zieht es sich zurück wie ein Igel, verhärtet und wird kleiner. Wird es umarmt und gestreichelt, so wird seine Oberfläche warm und weich und es beginnt gleichmässig-ruhig zu atmen. Seine Ansprüche sind gering: Lediglich ein paar Stunden Sonnenlicht benötigt Funktionide zur Energieversorgung. Ansonsten hat es nur das Bedürfnis nach menschlicher Nähe. Ein empathisches Elektrogerät gegen Einsamkeit ist eine seltsame Vorstellung? Vielleicht. Andererseits: Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass wir unsere Freunde auf Facebook treffen?

Funktionide Teil II von eltopo auf vimeo

15 / 05 / 10 - 9:09 Uhr

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