Kunst komprimiert

Für die Bewältigung zumindest des Berliner Kunstdschungels gibt es jetzt ein angemessenes Werkzeug und nützliches Gadget: In meiner dreifachen Eigenschaft als Kunstkucker, Kunstsammler und Software-Entwickler habe ich zusammen mit Jan Winkelmann für EYEOUT eine iPhone-Applikation entwickelt, die gerade als offizielle App zum Gallery Weekend erschienen ist, das vom 30. April bis zum 2. Mai in Berlin stattfindet – Kunst und Veranstaltungen satt.
< mehr >

26 / 04 / 2010 - 23:27 Uhr - 3

Esla und Julian erhalten eine Nachricht von Bob, die große Wellen schlägt. Anschließend nimmt uns Jana Seidel mit auf eine fotografische Geisterfahrt und erklärt, wie man als Fotografin eigene Realitäten eröffnet und “die Bilder dahinter” abbildet.

24 / 04 / 2010 - 22:12 Uhr - 0

Brauchen wir noch einen Stuhl?

Fury von Elsinga Design (via Dezeen)

Letzte Woche war Möbelmesse in Mailand und es wurden wieder hunderte Neuheiten gezeigt, von mikromalistischen Ideen wie „chairless“, einem einfachen Gurt, den man sich um Rücken und Knie schlingt, um entspannt zu sitzen, bis zu karnevalesken wie „Nendo“, einem Schalensitz in Form einer venezianischen Maske. „Braucht die Welt noch einen neuen Stuhl?“ ist zurecht eine häufig auftretende Frage bei Messen. Schließlich haben schon genug Leute genug gute Ideen gehabt. In diesem Jahr könnte die Frage auch lauten „Brauchen wir wirklich so eine Pressemitteilung?“ Manche Hersteller scheinen den Kampf um die Aufmerksamkeit der Massen mit bizarren Worten gewinnen zu wollen. Der mit rotem Filz bespannte Stuhl „Fury“ von Elsinga Design zum Beispiel soll mit folgendem Text vermittelt werden: „Ein furchtloser kleiner Stuhl, der bellt, aber nicht beißt. Fury! Ist ein lebendiger und visuell vorlauter kleiner Kerl. Aber er meint es gut. Nachts läuft er ein wenig in deinem Zimmer herum, läßt Dampf ab und flucht ein wenig“. Hallo? Entschuldigung, aber an welche Zielgruppe richtet sich Fury? Außer japanischen Teenagern braucht doch hoffentlich niemand ein Möbelstück, das die Aura eines Kleinkinder-Computerspielcharakters verbreitet.

< mehr >

23 / 04 / 2010 - 18:31 Uhr - 0

Kunst dekomprimiert

Unterwegs in Sachen Kunst & Blog

Boten Kunstmessen früher in äußerst kompakter Form die Möglichkeit, aktuelle Tendenzen in sowohl zeitlicher wie auch räumlicher Dichte zu erleben, muss man heutzutage schon früher aufstehen. Im Rahmen der ART COLOGNE wird man nach Leipzig und München zu Neo Rauch-Ausstellungen gebeten und hat die Möglichkeit, die Sammlung Boros in Berlin zu sehen – alles schon Tage vor der Vernissage der Messe in – Moment, achja – Köln.

< mehr >

21 / 04 / 2010 - 12:44 Uhr - 0

Heimstatt für die Kunst  – Archiv für Künstlernachlässe

Archiv für Künstlernachlässe der Stftung Kunstfonds

Damit nichts verloren geht, ob zu Lebzeiten oder nach dem Tode, wurde heute ein Nachlass-Archiv eröffnet.
Auf dem Terrain der Abtei Brauweiler – im Besitz des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) – nahe Kölns finden jetzt
Werke relevanter Künstlerinnen und Kunstler, die mit ihren Arbeiten bedeutsame Positionen der zeitgenössischen Kunst
bezogen, ihre letzte Ruhe. < mehr >

19 / 04 / 2010 - 23:51 Uhr - 1

Preisträger: Fischli & Weiss

Peter Fischli und David Weiss

Einer der höchstdotierten Preise in der Kunst- bzw. Museumslandschaft Deutschlands, der “Wolfgang Hahn Preis” in Köln, wird jährlich von der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig vergeben.
Die Summe, nun 120.000 EUR, dient dem Ankauf von Kunst. < mehr >

16 / 04 / 2010 - 20:58 Uhr - 0

Düsseldorf’s Schütte – Schütte’s Düsseldorf

Thomas Schütte

Den Kunstpreis 2010 erhält Thomas Schütte. Eine gute Nachricht.

Wer dieser Entscheidung puren Lokalpatriotismus unterstellt, irrt kolossal. Dass Schütte mit ihm bedacht wurde, entspricht dem Niveau dieser Wahl und der Kommission. < mehr >

15 / 04 / 2010 - 23:39 Uhr - 0

Ist doch nur eine Gitarre

Das Ding verändert Realitäten (Foto: Thomas Rusch)

Ich liebe Flohmärkte. Dort bekommt man einfach alles, von dem man nie damit gerechnet hätte, das man es brauchen könnte. Zum Beispiel einen Pottwalzahn aus der Zeit, als meine Straße noch Harpunierstrasse hieß und mein Viertel noch keine Latte-Macchiato-Meile, sondern Hamburgs Walfängerviertel war. Die beste Ausbeute des letzten Wochenendes aber ist diese E-Gitarre in Form einer AK-47. Was für ein Objekt! Es überschreitet Grenzen, bricht Tabus und geht noch ein Stück weiter. Es ist gewaltverherrlichender Kitsch und noch viel mehr! Die Macho-Insignien zweier Welten – der des Rockstars und des Kriegers – sind darin vereint und machen sich übereinander lustig. Großartig.

Das beste aber ist: Sein Besitz verändert Realitäten. Wenn ein Mann dieses Objekt an einem Samstag Nachmittag durch ein belebtes Viertel trägt, bekommt er extrem positive Resonanz. Junge Männer halten Daumen nach oben, lachen und fragen, ob sie mal anfassen dürfen. Als Frau wird einem mit der Kalashnikov-Gitarre eine andere Aufmerksamkeit zuteil. Zumindest, wenn man nicht glaubwürdig wie die Frontfrau einer Death-Metal-Band aussieht. Manche Leute haben Schwierigkeiten, ihren Unterkiefer zu kontrollieren. Andere blicken mißbilligend-moralinsauer oder lachen irritiert – und fragen sich vermutlich, ob das ein Spielzeug für den pubertierenden Sohn ist.

Eigentlich haben wir die Gitarre für unseren Freund Laurent gekauft, einen Performancekünstler, der gern Männlichkeitsrituale zerkocht. Zum Beispiel, indem er eine Nacht lang sich und sein Motorrad in einem Pariser Schaufenster fotografiert oder, verkleidet in einem Ganzkörper-Penisoutifit, mit einer Schlagzeugerin im Vulvakostüm, sehr disharmonisch Gitarre spielt bis beide vor Erschöpfung zusammenbrechen. Jedenfalls dachten wir, dieses Instrument könnte ihn inspirieren.

Aber inzwischen bin ich unsicher, ob ich auf die Gitarre noch verzichten kann. Sorry, Laurent. Ich muß damit noch ein paar Sachen regeln. Die Flughafen-Security passieren. Eine Band gründen. Vielleicht setze ich mich als Schwarze Witwe unter die S-Bahnbrücke und spiele „Ein bisschen Frieden“.

13 / 04 / 2010 - 12:47 Uhr - 1

Hans-Jürgen Diehl: Evergreen

Es gehört zu den unausrottbaren Standards des Kunstfeuilletons: Altes Herz, junges Werk. Was daran wahr ist, erschliesst sich nur im Einzelfall, in den dann auch die Vorlieben und Abneigungen des jeweiligen Kritiker bzw der jeweiligen Kritikerin einfliessen.

< mehr >

01 / 04 / 2010 - 12:17 Uhr - 0