21 / 01 / 2010 - 16:30 Uhr

M wie militante Nichtraucher - Ein Portrait

Florian Waldvogel

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Militante Nichtraucher, wer kennt sie nicht. Wir erfreuen uns weiterhin der vollen Wucht ihrer Gesellschaft. Wenn sie da so vor uns stehen, vollgepisst vor Freude weil sie auf Vergeltung aus sind und ihre schorfigen Schenkel die warmen Urintropfen willkommen heißen.

Jahrelang verfluchten sie ihr Pech und suchten nach plausiblen Gründen für ihr Scheißleben. Aber jetzt ist für militante Nichtraucher das ganze Jahr über Weihnachten. Anstatt sich nach einer sinnvollen Tätigkeit umzusehen, wurden aus ihnen begabte Vollzeitantirauchernazis, die uns den Blick auf eine unabhängige Zukunft verdunkeln. Das ist aber auch wirklich das einzige, was möglich ist, da die eklatanten intellektuellen Mängel zu einer gewissen Bescheidenheit in der Wahl der Möglichkeiten verdammen.

Am besten sind diese militanten Anti-Raucher, wenn sie sich in energischer Weise gegenseitig Beistand leisten, sich mit großem Temperament artikulieren und mit angeborenem Geschick grimassenschneidend mit der Hand vorm Gesicht wedeln. Die hochgezogenen Augenbrauen, ein Zeichen von Empfindsamkeit, das sich bis ins Barmherzige und Gönnerhafte steigern lässt. Aber meistens verdecken ihre ausdrucklosen Gesichter hartnäckig ihren unchristlichen Widerwillen. Sie meinen es ja gut und machen sich Sorgen. Wer macht sich sonst die Mühe, wenn sie ihre heroisch-ritterlichen Reserven für uns mobilisieren? Militante Nicht-Raucher sind Scheißnervensägen. Wahrscheinlich sucht ihr Geist uns noch nach unserem Lungekrebstod heim.

Es bringt ja auch nichts, sie in ihrer Gesundheitsduselei, in ihrer Bettnässerei, in ihrem protestantischen Irrtum und mangelndem Schamgefühl zu bremsen. Was kann man den Idealen von Reinheit, Gesundheit und gegenseitigem Respekt entgegenhalten? Ab wann darf man den Raucher endlich schlagen? Aber vielleicht provoziert unsere Anwesenheit nur den Dialog über die morbide Spekulation der eigenen Sterblichkeit.

Aber eigentlich sind militante Nicht-Raucher dufte. Sie bringen mich mit ihrer kleingeistigen Haltung niemals in Verlegenheit. Das mag ich so an ihnen. Rauchen lässt mich morgens aufstehen, ersetzt mir die Beichte und löst meine Probleme. Jesus, wie ich das Rauchen liebe!

Alles Gute und Gesundheit noch fürs neue Jahr.

21 / 01 / 10 - 16:30 Uhr

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Kommentieren Sie diesen Artikel

18 Leserkommentare vorhanden

Helmut

11:34 Uhr  

22 / 01 / 2010 // 

Ja – und darauf erstmal ne Fluppe!

B.Stautmann

13:21 Uhr  

22 / 01 / 2010 // 

herr waldvogel ist haltn stinker, und das bei ihm liegt nich am quarzen.

dirk

15:36 Uhr  

24 / 01 / 2010 // 

ganz schön vulgär und aggressiv herr waldvogel. was haben solche unkultivierten kommentare in einem kultur-medium verloren? atmen und lächeln sie doch mal. vielleicht legt sich ihre spiessigkeit der vermeintlichen antispiessigkeit dann ein wenig.

creeko

11:40 Uhr  

27 / 01 / 2010 // 

Was hätten Sie bloss geschrieben, wenn Sie Nichtraucher wären... genau dasselbe über Raucher.

Hajo Schiff

17:01 Uhr  

29 / 01 / 2010 // 

Im Tonfall angemessen: Was soll denn der Scheiß?

Hajo Schiff

18:06 Uhr  

29 / 01 / 2010 // 

...oder sagen wir es etwas feiner: Die Diskurshöhe dieser spätpubertären Polemik liegt leicht unter dem in der Kunst-Community angestrebten Niveau.

Ben

11:01 Uhr  

31 / 01 / 2010 // 

Es scheint mir dieser Kommentar zu Nichtrauchern eine impulsive Handlung zu sein, welcher sicher ganz unmittelbar eine an Sie gerichtete Bitte zur Unterlassung Ihrer Sucht-Tätigkeit voran gegangen war. Vielleicht kombinierte sich diese verhängnisvolle und - wie wir lesen konnten - leider folgenschwere Bitte auch zeitgleich mit einem persönlichen Misserfolg Ihrerseits? im Beruf? Kritik zu einer schlecht kuratierten Ausstellung? im Erotischen oder im Familiären? Man liest immer wieder, wie bis zur Besinnungslosigkeit mit Testosteron gefüllte Verprellte oder Abgeblitzte ihre Frauen erwürgen, ihre Vorgesetzen oder vor ihnen fahrende Verkehrsteilnehmer erschießen, ja ganze Familien auslöschen!

Man könnte sich also vorstellen, dass vielleicht wenige Stunden oder gar Minuten vor Ihrer Blog-Tätigkeit einfach eine Dame, evtl. an einer Bar, an der Sie sich völlig erfolglos abmühten (an der Dame natürlich!), einfach Ihre Art nicht mochte. Daran können natürlich nur die Nichtraucher schuld sein! Vielleicht war Ihr Zielobjekt sogar selbst Nichtraucherin und konnte die, mit Recht unattraktive Vorstellung, sich noch länger mit einem dampfenden Bluthochdruck-Kloß unterhalten zu müssen, einfach nicht ertragen. Sie schickte Sie fort, Herr Waldvogel.

Ich kann daher meinem Vor-Redner also beinahe widersprechen, denn unkultivierter als ein Mord kann eine Blog-Beitrag kaum sein; bis auf wenige Ausnahmen.

Ja, so ist es wohl gewesen, denn Ihr Beitrag kann wohl kaum passiert sein, weil Sie nicht einsehen wollen, dass einige Menschen nach einem netten Abend nicht unbedingt in Klamotten stecken wollen, die selbst nach Tagen noch unerträglich nach dem Zigarettenrauch riechen, den sie nicht einmal selbst durch ihre Lungen filterten, dass Schwangere nur ungern bei Minus 10 Grad ihre Abende vor dem Etablissment verbringen möchten, weil sie Ihr Ungeborenes schützen wollen, dass das Nachhängen überkommener Rauch-John-Wayne-Romantik Ihnen nicht automatisch Ihre fehlende Coolness schenkt, dass Rauchen nun einmal einfach nicht gesund ist und es jedem selbst überlassen sein sollte, ob er sich schädigen möchte, nicht seinem Sitznachbarn. Und da Sie selbst auch Kinder haben, wissen Sie das, nehme ich an.

Und das selbstzerstörerische Element? Wenn man eine ungute Kindheit hatte, mag man daran wohl gefallen finden, aber das wäre dann ein Fall für den Psychologen. Alles Andere wäre anachronistisch, denn das es ein Genie heute nicht mehr interessanter macht wenn er ständig raucht und säuft und somit ein Pete Doherty zum Glück einfach nur noch arm und nicht mehr bewundernswert ist (sein Talent ausgenommen), können wohl selbst Sie nicht leugnen.

Bezug nehmend auf das Impulsive Ihres Beitrages bleibt also einzig die Frage: Wo haben Sie versagt, Herr Waldvogel?

Lotte

13:24 Uhr  

31 / 01 / 2010 // 

Lieber Ben, erinnert Sie der Waldvogel an die ödipalen Konflikte mit Ihrem Vater?

Ben

23:19 Uhr  

31 / 01 / 2010 // 

Mein lieber Vater ist mein bester Freund. Wenn Sie allerdings, liebe Lotte, durch meinen Kommentar auf solche Gedanken kommen: Wie sieht es da mit Ihrem Vater aus? Oder Ihrer Mutter?

Lotte

23:59 Uhr  

31 / 01 / 2010 // 

Mein lieber Ben, ein bisschen Impulsivität hat noch nie geschadet! Und Sie scheinen sich ja sehr aufzuregen, irgend einen wunden Punkt hat der Waldvogel wohl getroffen, gibt es da ein dunkles Geheimnis, das nach draußen drängt? Frage: Erinnert sie der Waldvogel mehr an Sie oder Ihren Vater. Und, by the way: I love my father and my mother

ELI

12:35 Uhr  

04 / 02 / 2010 // 

Mein lieber Ben, ich möchte mich nun Ihren äußerst „geschmackvollen“ Zeilen widmen.

Ich verstehe, dass Sie aufgebracht sind. Woher rührt Ihre Frustration?
Sie werden persönlich, warum?

Liegt es daran, dass Ihnen Ihr(e) Lebensabschnittgefährte(in) keinerlei Aufmerksamkeit schenkt oder Ihr Vorgesetzter ein Despot ist?

Ich würde Ihnen vorschlagen, wenn Sie sich zu Ihrem
Volkshochschulkurs „Malen nach Zahlen“ anmelden,
auch noch den Kurs „Charakterschwäche/Intoleranz“ zu buchen!

Wagen Sie sich wegen Ihrer Misanthropie verbunden mit Raucherhass nicht aus dem Haus? Sitzen Sie unter einem Sauerstoffzelt und ernähren sich von Astronautennahrung oder Dinkel und Grünkern? Rührt daher Ihre geistige Verstopfung (Desillusionierung)?

Sollten Sie wegen Ihrer offensichtlich selbstverschuldeten Isolation (Phobien?) unter gesellschaftlicher Missachtung leiden, tut es mir Leid für Sie.

Wie wäre es, wenn Sie Ihre Gehässigkeit nicht in einem „kulturellen“ Blog ablassen, sondern der Realität ins Auge blicken und einen Kneipenbesuch anstreben. Gehen Sie erhobenen Nichtraucher-Hauptes in eine Raucherkneipe! Da können Sie diskutieren, Ihrer Wut freien Lauf lassen und (stellen Sie sich vor) Ihnen wird Beachtung geschenkt. Sollten Sie viel Glück haben und neue Freunde kennen lernen, würde mich das für Sie freuen. Es steigert Ihre Toleranzgrenze.

in sympathy for the devil Waldvogel und verqualmte Grüße

Hans

23:28 Uhr  

23 / 02 / 2010 // 

HERR WALDVOGEL, HASSEN KANN MAN ALLES, WENN MAN(N) NUR GENUG ANGST HAT!

Bugsy

19:32 Uhr  

24 / 02 / 2010 // 

Lieber Hans, du bist ja so bescheuert wie der Waldvogel! Was hat dieser Text mit Angst zu tun?

maria anna

1:04 Uhr  

22 / 05 / 2012 // 

herrlich .. ja - genauso --- genauso und nicht anders.... danke für das festhalten MEINER gedanken
lange lebe das rauchen !!!!!

PETER

23:53 Uhr  

21 / 05 / 2013 // 

Ich weiß gar nicht, warum´s hier so fein zugeht!? Ich als militanter Nichtraucher finde, Raucher haben auf Gottes Erdboden nichts verloren! Wer rauchen will, kann dies auf dem Mond tun, wo er niemanden belästigt. Da ich aber tagtäglich mit Rauchern konfrontiert werde, würde ich sie am liebsten alle erschießen! Habe mir aber auch schon andere und viel bessere Methoden ausgedacht, gegenüber denen Hitler und Stalin wie Vorgartenzwerge aussehen!

Nichtraucher werden in 30 Tagen

17:25 Uhr  

22 / 05 / 2014 // 

Nichtraucher werden und auch bleiben in 30 Tagen . --->http://www.nichtraucher-bleiben.jimdo.com

Piffpaff

15:57 Uhr  

24 / 06 / 2014 // 

Hallo liebe Leute viele grüße aus München,
heute war ein trauriger Tag für mich, denn heute wurde ich erstmals für meine Raucherrei körperlich angegriffen. Die Attacke kam von einem Mann der gerade sein Kind zum Bus gebracht hat. Ich stand in einiger Entfernung zur Überdachten Bushaltestelle, da dort ja ein Nichtraucherbereich ist, und ich keinen stören möchte. Er kam zu mir rüber und meinte, der Rauch würde seinen Sohn vergiften und ich soll gefälligst sofort die Zigarette ausmachen. Ich habe diesen Befehl verweigert, da schlug er nach mir und meiner Zigarette. Ich wich aber aus, er schlug ins leere und trollte sich nach zwei Versuchen.
Anstatt deswegen so einen Aufriss zu machen, sollte er sich lieber einmal überlegen, was sein ca. 12 jähriger Sohn aus so einem Verhalten lernt! Kampf den Raucher-Nazis? Was für ein Vorbild!
Er dachte wahrscheinlich, Raucher nehmens mit Ihrer Gesundheit eh nicht so genau, da schaden auch ein paar Schläge nix. Oder er hat sich zum Ziel gesetzt, diese armen Raucher zu Ihrem Glück zu zwingen, die Unbelehrbaren notfalls mit Gewalt.
Warum können nicht alle Menschen sein wie er, aggressive aber nichtrauchende Wohltäter.
Ich bin 30 Jahre alt und habe schon wie alle Raucher mehrfach dumme Sprüche entgegengeschmettert bekommen. Aber sowas ist mir bislang noch nicht passiert. Was ein Vollidiot

Ach und @Peter: Mögen 10000 Kamelflöhe dein A...loch heimsuchen!!!

juno@piffpaff

21:19 Uhr  

03 / 07 / 2014 // 

Liebe_r piffpaff,

wie wärs auf ein kippchen in München?

Grüßle

juno