19 / 01 / 2010 - 22:38 Uhr
Art goes Unterground in Köln
Burkhard Maus

Heimo Zobernig, Tue Greenfort, Werner Reiterer - Katharina Grosse fehlte
Die Idee, Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs künstlerisch zu gestalten, ist gewiss keine Neuigkeit. Für Köln allerdings.
Die Stadt, früher zumindest Europas Kunstmetropole, liess in letzter Zeit kaum etwas aus, was ihrem Renommée nicht hätte Schaden können. Die Konsequenzen: Galerien wanderten ab, suchten ihr Heil in der Flucht – zwanghaft nach und in Berlin. Der Stern der Art Cologne verblasste, das Gebäude der Kunsthalle machte man dem Erdboden gleich und letztlich verschwand das Stadtarchiv mit seinen Schätzen unter der Erde. Dass nun auch der Abriss des Schauspielhauses beschlossener Sache wurde, stellte in kulturpolitische Hinsicht keine Überraschung dar. Köln füllte Zeitungsseiten und war und blieb im Gespräch, zog Hohn, Spott und Häme auf sich. Also doch noch ‘was ausser Karneval – immerhin. Wäre da nicht das Museum Ludwig mit seinem excellenten Statthalter und dessen glücklicher Hand für interessante Exposition – als “Ehrenrettung” gewesen, Köln hätte nur noch mit dem Museum für Schokolade punkten können.
Aber genug des Negativen. Seien wir versöhnlich. Die Immigration der Galerien ist offensichtlich obsolet. Die Art Cologne 2009 brachte schon Erfolge, ebenso die Cologne Art Fine Antiques bewies positive Entwicklung.
Und nun ? “Art goes Underground”
Bereits 2002 beschloss der Stadtrat die Gestaltung themenbezogener Haltestellen, speziell die neue Nord-Süd Stadtbahn betreffend. Mit der Realisierung wurden die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), Transporteur von Menschen, Tieren und Bagage via Bus und Strassenbahn im Raum Köln, beauftragt. Ein über deutsche Grenzen hinausgehender Wettbewerb wurde 2007 ausgeschrieben und das Ergebnis heute präsentiert. Die Wahl aus immerhin 222 Einsendungen fiel nach aufwendigem Procedere auf eine Künstlerin und drei Künstler:
Katharina Grosse, Tue Greenfort, Werner Reiterer und Heimo Zobernig
Mit “Art goes Underground” verfolgte der Wettbewerb das Ziel, vier unterirdische Strassenbahn- pardon – U-Bahnhaltestellen nach den Vorstellungen der Gewinnerin und der Gewinner zu gestalten. Alle Stationen liegen im Centrum, nämlich Breslauer Platz (Tue Greenfort), Chlodwig Platz (Katharina Grosse), Heumarkt (Werner Reiterer), und Rathaus (Heimo Zobernig). Die Vier dokumentierten mit ihren Entwürfen Empathie für das Umfeld, in sozialer und architektonischer Hinsicht. Die Fahrgäste werden es ihnen hoffentlich danken, und auch der Stadt Köln als Financier.
Bis zu Inbetriebnahme der neuen Art-Undergroundstations vergehen noch Jahre – 2013 oder gar 2014 spätestens soll es soweit sein. Haben wir Geduld. Die Vor-Freude kann aufkommen.
P.S. Wer schon einmal die Metro-Linie 1 (La Defénse / Château de Vincennes) in Paris und die Station “Louvre/Rivoli” benutzte, weiss, wie wohltuend Kunst zu begegnen ist.
19 / 01 / 10 - 22:38












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