16 / 12 / 2009 - 17:37 Uhr

L wie Liebe

Florian Waldvogel

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Wahre Liebe verkörpert, nein sie ist, eine Kulisse und ein Wolkenheim tiefer, unendlicher und nie versiegender Geborgenheit. Der wahren Liebe geht es nicht um das Brechen von Normen oder das Verschieben der (Be-)Gattungsbereiche, sondern um eine Revitalisierung der alles auslöschenden Möglichkeiten tiefer Zuneigung und der Negierung des Diktats der verdrängten Subjektivität.

Ausgehend von dem Autonomiebegriff der aufgestauten Aggression der Schnellimbissbeziehungen, über den die wahre Liebe sich hinwegsetzt, entwirft sie Liebesarchitekturen als Schaufenster gefühlvoller Angelegenheiten und Erlösung versprechender Kommunion. Sie begreift sich als eine Form von Sprache, als eine Art von Denken, deren körperliche Umsetzung eine Form der visuellen Dauerdemonstration herausfordert.

Wahre Liebe fungiert als Inbegriff der Verbindung von Hingabe und Begehren, als offenes Repertoire mit spielerischen Regeln. Diese Liebe ist ein Orientierungs- und Bezugssystem, das Gefühle neu verortet und die Bedürfnisse einer vertrauensvollen Unschuld fördert. Sie stellt die Idee des geschlossenen Gemeinschaftskörpers als Bußklausel in Frage und verleiht dem Raum als Ganzes symbolischen Ausdruck. Sie denkt den Raum, in dem sie sich bewegt als Ganzes.

Wahre Liebe ist eine Komposition der miteinander in Beziehung stehenden Gefühle zu einem harmonischen, untrennbaren Ganzen. Im Mittelpunkt dieser Liebe steht die Formulierung einer Hoffnung, einer harmonischen Gegebenheit, deren innere Logik und Struktur auf der Suche nach einem sich gegenseitigen Spiegeln, in einem stimmigen Verhältnis steht. Das heißt, ihr Handeln muss als Hoffnung spendender Beitrag gelesen werden, dessen konkrete Realität uns neue Wege und Sichtweisen eines Beziehungspanoramas ermöglicht. In ihren sonnendurchfluteten Kulissen beschreibt sie romantische Themen, die sie in einem Vorstellungsrahmen lokalisiert, mit dem Ziel, einen sich gegenseitig respektierenden Dialog zu produzieren.

Ihre Existenz veranschaulicht auf einfache Weise ein universelles Bezugssystem von Märchen, Fabeln, Träumen und dem Wunsch nach Schönheit und verweist auf eine Realität, die fast vergessen schien. Das ist gerade die Stärke dieser unfassbaren Liebe: Dass sie durch die Poetik – als mentaler Transmissionsriemen – mehrdimensionale Zusammenhänge zu begreifbaren Konfigurationen verwebt. Sie verbindet reale, abstrakte und virtuelle Hoffnungen zu einem homogen Ganzen und widersteht der Kälte dieser Gesellschaft.

Diese Liebe ist mehr als eine Vorstellung für symbolische Gegebenheiten. Sie markiert jene Stellen, an denen sich Vergangenheit und Zukunft treffen. Nur dieses Überwinden von Subjektivität erlaubt ihr diesen Perspektivwechsel, der einen anschaulichen Navigationsprozess schafft, der ein spielerisches Erkennen und Erfassen des Anderen und dessen Schönheit möglich macht. Wahre Liebe gestaltet Träume, die die verletzlichen Dimensionen immer im Auge behält. Es sind harmonische und von tiefer Liebe getragene Konstruktionen die durch ihre hinreißende Aufmerksamkeit überzeugen, weil ihr Maßstab immer der gegenseitige Respekt ist.

Das ist Liebe. Fröhliche Weihnachten.

16 / 12 / 09 - 17:37 Uhr

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