25 / 11 / 2009 - 0:59 Uhr

Sacra Sindone und der Heilige Kunstmarkt in Italien.

Baden Brothers

FGS zeigte Werke von Peter Böhnisch an der Artissima 16 in Turin

Peter Böhnisch, präsentiert von Ferenbalm-Gurbrü Station zur Artissima 16 in Turin

Peter Böhnisch, präsentiert von Ferenbalm-Gurbrü Station zur Artissima 16 in Turin

Spricht man von Turin, denkt wohl jeder zuerst an das Heilige Grabtuch oder an die berühmte FIAT Teststrecke auf dem Lingotto Fiere. Doch 2009 pilgern weniger christliche Heerscharen oder Autofans als vielmehr Kunstinteressierte aus aller Welt nach Turin zur Artissima 16.

Aufbau des Messestandes

Aufbau des Messestandes. Ein rhytmisches hin und her, danach hin und weg.

Sie wollen sich die unter der Leitung von Andrea Bellini (ex-Flash-Art Editor) neu erstarkte italienische Messe im Wirtschaftszentrum des Landes anzuschauen. Mit einem wirklich sehenswerten Line-up internationaler Galerien und hochwertiger Kunst wartete die Artissima dieses Jahr auf.

Neben den traditionellen Messeständen hat die Artissima gleich 3 weitere Ausstellungskategorien, welche die Rolle der Messe als Kulturveranstaltung betonen sollen, und weniger die schnöden Verkaufsabsichten der Teilnehmer, so Andrea Bellini, der Messedirektor, beim gemütlichen Abendessen. Und mit Theater und Performance Programm rund um die Messe ging die Veranstaltung mit dem Trend  – da war die große Art Basel bestimmt kein schlechtes Vorbild im vergangenen Sommer. Was cool ausschaut, hat aber auch seine Haken, denn für die Galerien ist das Performance Programm unter dem aktuellen (und lobenswerten) Hype kein attraktiver Warenumschlagplatz, sondern reines Prestige. Also nicht immer eine gute Investition.

Teamsitzung nachts Kunsthotel: Almut hilft Peter bei der Auswahl der Arbeiten, die nach New York gehen. Max schreibt an der Werkliste.

Teamsitzung nachts im Kunsthotel 'Residence du Parc': Almut hilft Peter bei der Auswahl der Arbeiten, die nach New York gehen. Max schreibt an der Werkliste.

Der Kunstmarkt ist ein harter Wettbewerb. So delikat die Häppchen nach der Eröffnung, so schonungslos ist das Spiel an den Ständen. Wie lässt sich die junge, unbekannte Kunst zeigen und wie kann ihre Förderung aussehen? Für FGS aus Karlsruhe ist die Artissima ein guter Test auf dem Weg, den wir den Künstlern der Galerie frei machen wollen – in diesem Fall für Peter Böhnisch. Unterstützt werden solche Ambitionen von der Artissima und ihrer „Present Future“ Sektion, in der vier junge Kuratorinnen (Aurelie Voltz, Jimena  Acosta Romero) und Kuratoren (Adam Carr und Simone Meneggoi) je vier Künstler meistens der gleichen Generation aussuchen, um sie in diesem Spezialbereich vorzustellen. Das Sahnehäubchen dieses hybriden Modells zwischen Ausstellungsraum und Messekoje war der von Illy-cafe gesponserte Preis für junge Kunst, vergeben von den Kuratoren Hans-Ulrich Obrist, Jens Hoffmann und Alexis Vaillant. Das Glück hat den Preis in unsere Nachbarschaft gebracht, zu unseren Freunden und Kollegen bei der Galerie Umberto di Marino aus Neapel und deren Künstler Luca Francesconi.

Die Auswahl fällt nicht leicht - da sind sich auch Zwillinge einig

Die Auswahl fällt nicht leicht - da sind sich auch Zwillinge einig

So ambitioniert das Programm, so familiär das Ambiente der Artissima: Man lässt sich durchaus aufs Gespäch mit den jungen Galerien ein. Man kannn bereits vor der Preview sehen, dass sich die jungen Künstler, die von den vier KuratorInnen eingeladen wurden, wirklich Mühe gegeben haben, ihre Kunst im Mittelpunkt stehen zu lassen. Deshalb gibts in diesen Ständen wohl auch weniger zu sehen.

Weniger ist ja manchmal mehr, und abgesehen davon dass man in Turin einem arte povera und minimal-interessierten Publikum ge-catert wird, war ja auch an Messen wie dem Artforum in Berlin bereits zu beobachten, dass die jungen Galerien eher auf dezente Visualität gesetzt haben, während es bei den Großen Global Players einiges an Eyecandy gab – was wir sehr schätzen.

Der messende Blick: Peter Böhnisch

Der messende Blick: Peter Böhnisch

Die Arbeiten von Peter Böhnisch, den wir auf der Artissima präsentieren, liegen da für uns ganz im goldenen Bereich. Wir kennen Peter Böhnisch und seine künstlerische Entwicklung seit unseres gemeinsamen Studiums an der Kunstakademie, und es ist spannend zu sehen, wie sich sein Werk zu einem eigenständigen Bilderkosmos entwickelt hat, welches ganz auf der eigenen Erfindungsgabe basiert. Aurelie Voltz, eine junge französische Kuratorin, hat Peter und drei weitere Künstler  - Luca Francesconi, Karim Ghelloussi und Alex Müller - ausgesucht, um  ihren Block in der Present Future Section zu bespielen.

Max und Lukas beim Koordinieren (=Listenschreiben)

Max und Lukas beim Koordinieren (=Listenschreiben)

Für das Team von FGS ist die Artissima 16 die erste Kunstmesse im europäischen Ausland. Wir sind deshalb mit dem ganzen Personal angereist, um perfekte Betreuung und perfekte Party zu gewährleisten. Unsere italienische Mitarbeiterin Elena hat denn auch kräftig den Umsatz angekurbelt. Bellissimo! So war schon bei der Vernissage klar, dass auch die italienischen Privatsammler nicht davor zurückscheuen, die junge Kunst zu kaufen. Freude auf beiden Seiten! Und wie man sieht, haben auch die Kritiker der Kunst Spaß mit dem FGS Team.

Siblings

Abb. Cathryn Drake vom Artforum Magazine aus Milano mit den Galeristen – funny Siblings!

Ferenbalm-Gurbrü Station präsentiert zur Artissima 16: Peter Böhnisch

Ferenbalm-Gurbrü Station präsentiert zur Artissima 16: Peter Böhnisch

25 / 11 / 09 - 0:59 Uhr

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