10 / 09 / 2009 - 13:04 Uhr
Curatorial Course with Mr. Goines
Florian Waldvogel
Verletzen wir ausnahmsweise das Protokoll und die förmliche Begrüßung und kommen gleich zur Sache. In einem Curatorial Course wird nicht gestritten. Hier wird gelernt eine Haltung zu entwickeln, die sich auf Namen, Wissen und Personen stützt. Ihr seid euren MitkommilitonInnen weit überlegen, wenn ihr so tut, als würdet ihr all diese Menschen persönlich kennen. Ihr könnt die Butter ruhig ein bisschen dicker aufs Brot schmieren, Bescheidenheit ist eine Zierde, und die anderen erstarren in Ehrfurcht. Smartes Namedropping erspart euch auch das Konzipieren von guten Ausstellungen. Ihr macht euch interessanter und keiner versperrt euch den Weg. Wahre Könner, nein Giganten, im Auf- den-Putz-Hauen findet ihr bei großen Ausstellungseröffnungen. Dort bekommt ihr gratis Lektionen in Sachen Selbstdarstellung.
Was ihr sonst noch im Curatorial Course lernt:
Dass eine gängige Ausstellungspraxis nach ein und derselben Logik funktioniert, der Kontext der einzige Garant für eine differenzierte Sichtweise ist. Dass eine Ausstellung die Repräsentation ihrer selbst ist und RezipientInnen im Zentrum stehen. Ihr lernt unterschiedliche Praxisfelder in der visuellen Kultur miteinander zu verbinden und wie Malerei, Fotografie, Film und Video präsentiert werden. Dass es getrennte Räume für getrennte Disziplinen bedarf und die Präsentation nach Vorgaben von Enzyklopädie oder Chronologie erfolgt. Ob man Walker Evans gerahmt ausstellen muss oder ob seine Fotos auch an die Wand gepinnt werden können. Und ob die Präsentation von zeitgenössischer Kunst ausschließlich in zeitgenössischer Architektur funktioniert.
Wenn euch das Gefühl beschleicht, ihr würdet eure Zeit verschwenden, lasst euch gesagt sein, das ist alles Teil des Systems und der wichtigste Ausbildungspunkt des Curatorial Course: heißt Networking.Unser erstes Praxisseminar haben wir auf der Instanbul-Biennale. Alle wichtigen Personen des Kunstbetriebes werden dort sein. Wir treffen uns auf der Eröffnung. Sprecht mich ruhig an, umsonst gibt’s nichts, ihr wisst, Frechheit siegt und ohne Mut keine gratis Lernstunde.
10 / 09 / 09 - 13:04 Uhr
1 Leserkommentar vorhanden
„Wie werde ich KuratorIn“ – Ein ABC von Florian Waldvogel « about curating
18:47 Uhr
06 / 10 / 2009 //
[...] wie Wie werde ich KuratorIn A wie Aurevoir les enfants B wie Biennale als Gottesdienst C wie Curatorial course with Mr. Goines D wie Dank an E wie Es war einmal Einen Kommentar schreiben « the idea of [...]












Ich weiß gar nicht, warum´s hier so fein zugeht!? Ich als mi...
Hallo Herr Maus, Ihre Bilder sind fantastisch gut. Vielen ...
Guter Bericht mit ausgezeichneten Fotographien über die Werk...
Classes are fun for kids. Musclehedz A cartoon series, stret...
Klamauck mit ck? Und von welchen "Massen" gehen die Veransta...
Hallo Herr Maus, ich finde es sehr schade, dass Sie Ihre...
Hervorragende Ausstellung!...
allet jute men jong :D...
Toller Artikel. Danke. Macht weiter so!...
Tony Craigg macht klasse Skulpturen. Bin immer wieder begeis...