Ausstellung in Hamburg
Alec Soth – Gathered Leaves + Peter Bialobrzeski – Die zweite Heimat

Zu sehen sind etwa 65 Werke des US-amerikanischen Fotokünstlers Soth (*1969), parallel zeigt der deutsche Fotograf Bialobrzeski (*1961) Ergebnisse seiner Beschäftigung mit der „deutschen Befindlichkeit“
Alec Soth – Gathered Leaves + Peter Bialobrzeski – Die zweite Heimat

Informationen zur Ausstellung: Alec Soth (*1969) lebt und wirkt in Minneapolis, Minnesota und gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter der Dokumentarfotografie. Die Ausstellung „Gathered Leaves“ im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg widmet ihm eine umfassende Schau mit rund 65 Werken und ermöglicht einen tiefen Einblick in das Schaffen des Magnum Fotografen. Die britische Tageszeitung „The Telegraph“ sieht in Alec Soth den größten lebenden Fotografen sozialer und geografischer Landschaften Amerikas. Soth tritt so in die Tradition von Robert Frank, Stephen Shore oder Joel Sternfeld. In zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen begeisterte Alec Soth bereits ein breites Publikum, zuletzt im Rahmen der Whitney Biennale, der Sao Paulo Biennale 2004, im Jeu de Paume Paris und im Fotomuseum Winterthur 2008. In den Deichtorhallen Hamburg werden zum ersten Mal in einer umfassenden Ausstellung die vier charakteristischen Serien Sleeping by the Mississippi (2004). Niagara (2006), Broken Manual (2010) sowie die Serie Songbook (2014) gezeigt. Besonders die Buchpublikation Sleeping by the Mississippi (2004) wurde on Kritiken gefeiert und durch vielfache Buchpreise ausgezeichnet. Neben zahlreichen weiteren Preisen und Stipendien erhielt Alec Soth 2013 die Guggenheim-Fellowship, zudem sind seine Werke sind in herausragenden Sammlungen vertreten, unter anderem im Museum of Modern Art, Brooklyn Museum of Art, Whitney Museum of American Art (New York) und San Francisco Museum of Modern Art. Sujets der Werke von Alec Soth sind die amerikanischen Ideale von Unabhängigkeit, Freiheit, Spiritualität und Individualität, welche der Fotograf in alltäglichen Szenen zum Ausdruck bringt. Das Wesen des Menschen bleibt dabei stets zentraler Aspekt seiner intimen Porträts, sein geschulter Blick richtet sich auf die Geschichte hinter dem visuellen Narrativ - auf die menschlichen Emotionen, persönliche Schicksale und Sehnsüchte. Dabei folgt Soth stets seinem ästhetischen Ansatz: „to me the most beutiful thing is vulnerability“. Alec Soth gründete 2008 seinen eigenen Verlag „Little Brown Mushroom“ dessen Publikationen sich auf visuelles Storytelling spezialisieren. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit Magnum Photos. Sie ist die einzige deutsche Station einer internationalen Tournee, die über dem Media Space at the Science Museum und dem National Media Museum (beide London), The Finnish Museum of Photography (Helsinki) und dem Foto Museum in Antwerpen nach Hamburg führt. Peter Bialobrzeski (geb. 1961) ist einer der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart. Seine neue Werkserie »Die zweite Heimat« wird vom 8. September 2017 bis 7. Januar 2018 im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg als Auftakt der neuen Ausstellungsreihe »Hamburger Helden« gezeigt. Die Werkserie »Die zweite Heimat« ist die Fortsetzung seines Projektes »Heimat«, das erstmals 2005 publiziert wurde. Zwischen 2011 und 2016 reiste Peter Bialobrzeski dafür durch Deutschland und kam mit 30.000 Belichtungen von Orten und von Unorten zurück. Er war unterwegs in Andernach, Berlin, Bottrop, Eisenhüttenstadt, Hamburg, Hagen, Haßloch, Meißen, Frankfurt, Offenbach, Wolfsburg, vor allem aber im weiten Dazwischen, im Fremdvertrauten eben, wo sich Garagentore, Laternen und Tankstellen aneinanderreihen wie Henning Sußebach im begleitenden Buch des Verlags Hartmann Books schreibt. Bialobrzeski unternimmt mit der Serie mehr als 30 Jahre nach Steven Shores berühmter Publikation »Uncommon Places« den Versuch einer fotografischen Bestandsaufnahme deutscher Befindlichkeit. Er selber spricht von der »Erforschung der sozialen Oberfläche Deutschlands«. »Heimat also. Was ist das? Und wo? Darüber wird in Deutschland mal horizonterweiternd und mal hässlich gestritten. Gerade im Globalisierungszeitalter dient das Wort einigen zur Selbstfindung und anderen zur Abgrenzung. Mit dem Begriff Heimat wird Politik gemacht, Auflage generiert, Geld verdient, meist irgendetwas oder irgendjemand überhöht oder niedergemacht. Fast immer, wenn über Heimat gestritten wird, geht es um die Streitenden selbst, um ihren Blick auf die Welt und auf andere — nicht aber um das Objekt Heimat an sich« so Buchautor Sußebach. Insgesamt umfasst die Ausstellung »Die zweite Heimat« 40 Farbfotografien aus den Jahren 2011 bis 2016, einen Prolog mit 15 älteren Arbeiten aus Deutschland in Farbe und S/W aus den Jahren 1983 bis 2005 sowie einige Werke aus dem Zyklus »Heimat« (2005). Mit dieser Kabinettausstellung wird die loser Folge die Reihe „Hamburger Helden“ (Idee und Konzept: Ingo Taubhorn) eröffnet, die sich mit herausragenden Positionen von Fotografinnen und Fotografen beschäftigt, die ihren Sitz in der Hansestadt haben und von hier aus international agieren. ÜBER PETER BIALOBRZESKI Peter Bialobrzeski studierte Politik und Soziologie bevor er in seiner Geburtsstadt Wolfsburg als Lokalreporter arbeitete. Nach seinem Studium des Kommunikationsdesigns mit Schwerpunkt Fotografie in Essen (Folkwangschule) und London (LCP) arbeitete er zunächst für internationale Zeitschriften, bevor er Ende der 90er Jahre begann, seine Projekte in Buchform zu publizieren. Im März 2017 erschien sein 14. monographisches Buch. 2002 wurde Bialobrzeski als Professor für Fotografie an die Hochschule für Künste Bremen berufen. 2003 und 2010 gewann er einen WorldPressPhoto Award. 2012 wurde er mit dem Dr. Erich Salomon Preis der deutschen Gesellschaft für Photographie geehrt. Seine Bücher wurden mehrfach gewürdigt, unter anderem mit dem „Deutschen Fotobuchpreis“, sowie der Auszeichnung „Eins der schönsten deutschen Bücher.“ Seine Fotografien sind in Einzel- und Gruppenausstellungen auf allen fünf Kontinenten gezeigt worden und befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen. Peter Bialobrzeski lebt in Hamburg.  (Quelle: Pressetext)

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