Ausstellung in Berlin
Asta Gröting – Berlin Fassaden. Maschinenhaus M0

Asta Gröting – Berlin Fassaden. Maschinenhaus M0

Informationen zur Ausstellung: Asta Gröting Berlin Fassaden Maschinenhaus M0 Das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst zeigt die neue Werkreihe Berlin Fassaden der Bildhauerin Asta Gröting. Ausgangspunkt für diese Arbeiten sind Fassaden, die in Form von Einschusslöchern noch Spuren des Zweiten Weltkrieges in sich tragen. Asta Gröting erfasst die versehrten Mauern bildhauerisch, indem sie von ihnen Silikonabformungen anfertigt. Diese funktionieren wie Langzeitbelichtungen, die die Geschichte vom Moment der Einschüsse bis zum jetzigen Zeitpunkt abbilden. Staub, Dreck und auch Graffitis werden von der Trägermasse angenommen und lassen die zum Teil monumentalen Negativabdrücke fast wie bemalt wirken. Aus der schweren Silikonhaut treten die Einschusslöcher wie Narben der Geschichte hervor. Das Silikon rekonstruiert Verletzungen als architektonische Spuren und überträgt sie in abstrakte Bilder. „Ich will aus diesen zerstörten Mauern und Fassaden in die Welt hinausschauen, als könnte ich mir selbst ins Gesicht sehen.“, so Asta Gröting. Wenn Fassaden bröckeln, werden verborgene Geschichten freigelegt. „Meine Augen starren in Einschusslöcher von Gewehren und Kanonen und die Löcher starren zurück, direkt in die Löcher meiner eigenen Seele. Trauma und Zeit bekommen mit dieser geisterhaften Silikonhaut Gestalt und Dauer – eine kühne konzeptuelle Arbeit, die Gröting da geschaffen hat.“, schreibt Deborah Levy über Berlin Fassaden in der begleitenden Publikation. Asta Gröting beschäftigt sich seit dreißig Jahren in verschiedenen Medien mit dem Thema des Inneren und des Äußeren sowie mit Zwischenräumen. So machte sie in drei originalgroßen Abgüssen der jeweiligen Unterseiten von Goethes Kutsche, Adenauers Limousine und ihres eigenen Smarts deutsche Geschichte und technologische Entwicklungen auf subtile Weise sichtbar. Die Silikonabformung Space between Lovers ist eine Manifestation des unsichtbaren Zwischenraums zwischen zwei Personen. In ihrem Langzeitprojekt The Inner Voice verleihen Bauchredner aus aller Welt verschwiegenen Gefühlen eine Stimme und lassen die Puppe zum Vehikel des Ungesagten werden. Berlin Fassaden knüpft an solche früheren Untersuchungen an. Die Werkgruppe Berlin Fassaden wird im KINDL zum ersten Mal umfassend gezeigt. Die Ausstellung wird kuratiert von Andreas Fiedler. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Sternberg Press.  (Quelle: Pressetext)

Am Sudhaus 3

12053 Berlin

Deutschland

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Öffnungszeiten Mi–So 12–18