Campana - Vitra Design Museum

Kreativ sein heisst vergnügt sein

Die brasilianischen Brüder Fernando und Humberto Campana in einer Ausstellung mit dem Titel "Antikörper" des Vitra-Design-Museums in Weil am Rhein.
Sessel aus Stofftieren:Fernando und Humberto Campana in Weil am Rhein

Sessel "Banquete", 2002

Die Brasilianer Fernando und Humberto Campana sind die bedeutendsten Designer Lateinamerikas und die vielleicht prominentesten Vertreter des Trends zum künstlerischen Design, der in den letzten Jahren einen Boom an limitierten Editionen und Einzelstücken hervorgebracht hat. Das Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein zeigt ab Mai erstmals eine umfassende Werkschau der beiden Brüder.

Sessel aus Stofftieren, aufblasbare Tische, Möbel aus Luftpolsterfolie – die Entwürfe der Campanas sind so opulent, flamboyant und verrückt wie das bunte Einwandererviertel von São Paulo, in dem ihr Atelier liegt. "Kreativ sein heißt vergnügt sein – auch wenn die Welt rabenschwarz ist", sagt Humberto Campana.

Der gelernte Jurist begann schon Anfang der achtziger Jahre, Einzelstücke aus industriellen und natürlichen Materialien zu gestalten. Später, nach einer Architekturausbildung, kam sein acht Jahre jüngerer Bruder Fernando dazu, und sie entwickelten gemeinsam ihren unverwechselbaren Stil, mit meist billigen, alltäglichen Materialien, aber perfektionistischem Handwerk – Möbel an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design zu entwerfen.

Im Vitra-Design-Museum sind Entwürfe der letzten 20 Jahre zu sehen, darunter Designikonen wie "Favela Chair", ein aus Sperrholz gefertigter Stuhl, oder "Vermelha Chair", ein Metallgestell, scheinbar chaotisch umwickelt mit 450 Metern Seil. Frühe Werke wie ein mit Muscheln beklebter Spiegel sind ebenso vertreten wie limitierte Editionen. Anlässlich der Ausstellung entwerfen die Campana-Brüder eine Installation für die Treppenhäuser des Museums und eine kleine Reihe von Haushaltsobjekten, die im Museumsshop erhältlich sein werden.

"Antikörper – Arbeiten von Fernando & Humberto Campana 1989 – 2009"

Termin: bis 28. Februar 2010. Katalog: 29 Euro
http://www.designmuseum.de

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