Plagiarius 2010 - Preisverleihung

Vom Kleinkriminellen bis zum organisierten Verbrechen

Die "Aktion Plagiarius" hat ihre diesjährigen Preise verliehen, einen symbolischen schwarzen Zwerg mit einer goldenen Nase für besonders dreiste Produktpiraten.

Er kommt so sicher wie das Amen in der Kirche und so zuverlässig wie Ostern, Weihnachten und Silvester: der "Plagiarius", der alljährlich verliehene Preis für besonders dreisten Ideenklau im Bereich Markendesign. Jetzt wurde er zum 34. Mal verliehen – im Rahmen der Frankfurter Konsumgütermesse "Ambiente".

Die Palette der abgekupferten Entwürfe reicht vom praktischen Eiswürfelbehälter "Eisi" – das Original stammt von Tupperware, das mit dem ersten Preis ausgezeichnete Plagiat von Shanghai Yuhao Household Appliance Manufacturing – über freudenspendende Liebeskugeln (Wikipedia: "wird nach Wunsch im Alltag und nicht während des Sexspiels getragen") von Fun Factory Bremen (ausgezeichnetes Plagiat vertrieben von Dretschler.com Sàrl, Contern Luxemburg), bis zum Spielzeug-Mähdrescher "Claas Lexion 480", eine Idee von Bruder-Spielwaren Fürth, die geklaute Variante wird vertrieben von A.H.U. ADAR Dariusz Adamiec aus Warschau.

"Der Schaden durch Plagiate und Fälschungen lässt sich nur schwer beziffern. Die jährlichen Statistiken des Zolls vermitteln aber einen soliden Eindruck, welch gigantische Dimension diese Form der Wirtschaftskriminalität inzwischen angenommen hat", heißt es dazu in einer Pressemitteilung der "Aktion Plagiarius". An den EU-Außengrenzen hatten Zollbeamte 2008 mehr als 178 Millionen dieser Artikel sichergestellt, was eine Zunahme um mehr als 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der beschlagnahmten Waren kamen dabei laut EU-Kommission aus China. "Die Bandbreite der Produktpiraten", heißt es "reicht dabei vom Kleinkriminellen in der Hinterhof-Werkstatt bis hin zur organisierten Kriminalität."

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