Art Déco - Schmuckmuseum Pforzheim

Inspiration bei den Pharaonen

Das Schmuckmuseum in Pforzheim zeigt Juwelen und Accessoires der zwanziger und dreißiger Jahre.

Was einst die ägyptischen Herrscher schmückte, kam Jahrtausende später, genauer: in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, wieder in Mode. Die großen Schmuckkünstler dieser Zeit setzten ganz im Stile des alten Ägypten farbige Halbedelsteine wie Karneol, Türkis, Onyx, Jade, Lapislazuli oder auch mattierten Bergkristall neben kostbare Edelsteine wie Diamanten, Saphire oder Smaragde.

Sie bedienten sich der edlen geometrischen Formen aus dem Altertum und überwanden so – bei aller Farbigkeit und Detailverliebtheit der Kreationen – die überbordende, wuchernde Ornamentik des Jugendstil.

Das Schmuckmuseum Pforzheim gibt mit einer großen Ausstellung nun einen Überblick über die faszinierenden Schöpfungen der Juweliere der Zeit des Art Déco. Zentrum dieser Stilrichtung war Frankreich, und die prominentesten Vertreter waren Firmen, die noch heute zu den Großen im Schmuckgeschäft gehören: das bereits vor 150 Jahren gegründete Haus Boucheron, Chaumet und Cartier. Sie fanden ihre Inspirationen unter anderem in den Antikenabteilungen des Louvre. In Deutschland waren es vor allem einzelne Goldschmiede wie Elisabeth Treskow, Theodor Wende und Herbert Zeitner, dazu die Künstler des Bauhauses.

In der Pforzheimer Ausstellung sind neben Ringen, Broschen, Anstecknadeln, Ketten, Uhren und Armbändern auch Utensilien wie Zigarettenspitzen oder Puderdosen zu sehen. Auch ein weiteres Phänomen des Art Déco wird vorgestellt: der Modeschmuck. Er war zum ersten Mal 1925 auf der "Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes", nach der Art Déco seinen Namen erhielt, vorgestellt worden. Die Schmuckstücke aus Diamantimitaten und Glasperlen, aus Aluminium, dem ersten vollsynthetischen Kunststoff Bakelit, dem Mineral Markasit, dem Kunsthorn Galalith oder der Messinglegierung Tombak wurden aber erst gesellschaftsfähig, als die legendäre Modeschöpferin Coco Chanel Modeschmuck kreierte und in ihre Kollektion aufnahm.

"Art Déco. Schmuck und Accessoires der zwanziger Jahre"

Termin: 20. September bis 11. Januar. Katalog: Arnoldsche Verlagsanstalt Stuttgart, 39,80 Euro
http://www.schmuckmuseum-pforzheim.de/