Pop Art Design - Vitra-Design-Museum

Liebe zum Alltagskrempel

Das Pop Art Design der fünfziger und sechziger Jahre nahm die Lust an Konsum und Moden auf und gestaltete Produkte, die für den Moment geschaffen wurden. Das Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein zeigt Kunstwerke und Designprodukte der Pop-Art-Ära im Vergleich.

Als die Pop-Art-Künstler in den sechziger Jahren die Dinge der Waren- und Konsumwelt zu Kunstobjekten veredelten, war das ein paradoxes Unternehmen.

Zwar meinten Roy Lichtenstein und Claes Oldenburg ihre Liebe zu Werbung und Alltagskrempel durchaus ernst. Aber sie schufen keine Massenartikel, sondern Unikate, und auch in Andy Warhols "Factory" lief nichts vom Fließband. Ganz anders war dies naturgemäß beim Pop-Design der fünfziger und sechziger Jahre. Als Gegenbewegung zum Bauhaus-Funktionalismus und dem Ideal der Guten Form entstanden, nahm es die neue Lust an Konsum und Moden auf und gestaltete Produkte, die nach dem Motto "Heute benutzen, morgen wegwerfen" für den Moment geschaffen wurden. Dass es dabei häufig auf die gerade neu entwickelten Kunststoffe zurückgriff, hat seinen Ruf nicht gerade verbessert. Obwohl enorm einflussreich, gilt das Pop-Design heute vor allem als Wegbereiter der Wegwerfgesellschaft.

Eine Neubewertung versucht nun das Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein. Die Kuratoren wollen zeigen, dass sich auch die damaligen Gestalter der Konsumgesellschaft mit künstlerischen Strategien näherten, und stellen 79 Kunstwerke von Warhol, Lichtenstein, Oldenburg, Ed Ruscha oder Richard Hamilton 67 Designstücke der Pop-Ära gegenüber. So sind George Nelsons "Marshmallow Sofa" von 1956, Ettore Sottsass skulpturale "Superboxes" (1966) sowie "Leonardo" (1969), eine mit der US-Flagge überzogene Couch des "Studio 65" zu sehen. Dazu kommen Arbeiten von Designlegenden wie Charles Eames, aber auch Plattencover, Magazine und zahlreiche Aufnahmen von Wohnungseinrichtungen, darunter das Apartment des Playboys, Fotografen und Kunstsammlers Gunter Sachs.

Pop Art Design

bis 3.2.2013
Vitra-Design-Museum, Weil am Rhein,

Weitere Stationen: Louisiana Museum of Modern Art, Humlebaek; Moderna Museet, Stockholm

Der Katalog zur Ausstellung kostet im Buchhandel 69,90 Euro
http://www.design-museum.de/de/informationen.html
info@design-museum.de