Landschaft im Schmuck - Pforzheim

Kleine Meisterwerke auf Brosche, Ring und Kamm

Ob als Hintergrund für tanzende Nymphen oder den heiligen Hieronymus oder aber als dominierendes Bildmotiv – das Schmuckmuseum in Pforzheim zeigt die innige Verbindung von Landschaft und Preziosen

Die Landschaft ist seit der griechischen und römischen Antike durch alle Jahrhunderte ein beliebtes Sujet der Malerei – ob auf meterhohen Leinwänden oder handtellergroßen Miniaturen. Dass Landschaft auch für Goldschmiede ein schier unerschöpflicher Motivfundus war und ist, beweist eine Ausstellung im Schmuckmuseum Pforzheim unter dem Titel "Schöne Aussichten – Landschaft im Schmuck".

Das europaweit einzige Spezialmuseum dieser Art hat zu diesem Zweck rund 100 Schmuckstücke aus zwei Jahrtausenden versammelt. Bei den ältesten, etwa einem griechischen Ring mit dem Motiv "Amor als Traubenpflücker" (4. bis 3. Jahrhundert vor Christus) ist die Landschaft nur zart angedeutet und dient als Kulisse für die handelnden Personen. Auch später hat sie oft keine dominierende Rolle, stehen etwa der Faun auf einer goldenen Kamee aus spätrömischer Zeit, der heilige Hieronymus auf einem Anhänger aus dem frühen 17. Jahrhundert, René Laliques tanzende Nymphen auf einem Schmucktäfelchen (1898/99) oder die aus blau-weißem Wedgewood-Porzellan geformte Brosche zu Ehren der Balletttänzerin Anna Pawlowa (1913) im Vordergrund.

Düsteres Wäldchen auf dem Hornkamm von Lalique

Auf anderen Miniaturen spielt die Landschaft die Hauptrolle: Auf einem Hornkamm von Lalique breitet sich ein düsteres Wäldchen aus, die Achatbrosche aus Frankreich (um 1880) schmückt eine kleine Insel mit Haus und Bäumen, auf einer emaillierten Brosche ist eine Hafenstadt detailliert wiedergegeben (um 1851 bis 1861), und eine antikisierende Vedute – aus Rom oder Neapel – ist auf einer Brosche (um 1830) zu sehen. Und in der Gegenwart – da dekoriert das Emailfoto einer modernen Großstadt-Skyline eine Brosche von Bettina Speckner und eine Miniatur-Stadtlandschaft aus mit Blattgold überzogenen Holzklötzchen formte Lisa Walker zu einem Anhänger.
Parallel zur Schmuckausstellung zeigt der Kunstverein im Reuchlinhaus "Ansichtssache Landschaft mit skulpturalen Installationen, Objekten, Videos und Zeichnungen.

"Schöne Aussichten – Landschaft im Schmuck"

Termin: 22. Juli bis 13. Oktober
http://www.schmuckmuseum-pforzheim.de/

Mehr zum Thema auf art-magazin.de