Plagiarius - Design-Klau

Plagiarius" straft faule Entwerfer

Zum 32. Mal wurde der "Plagiarus"-Preis für besonders dreisten Ideenklau auf dem Designsektor verliehen
Ein Giftzwerg für Fälscher:Auszeichnung für dreisten Ideenklau

Erster Platz für die dreiste Kopie (auf beiden Fotos jeweils das rechte Exemplar von Shantou Lian Plastic Products) des originalen Salz- und Pfeffersets "Two-in-One" von WMF (jeweils links)

Besser gut geklaut, als schlecht erfunden: Designer, die nach dieser Maxime arbeiten, wurden auch in diesem Jahr mit dem "Plagiarius" ausgezeichnet – oder besser: abgestraft. Der Preis, der 1977 vom Designer Rido Busse ins Leben gerufen wurde und seitdem jedes Jahr verliehen wird, straft dreisten Ideenklau.

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War das Plagiat noch vor wenigen Jahren fast ausschließlich eine Domäne des fernen Ostens (besonders China) und des europäischen Ostblocks, so haben inzwischen einfallslose Entwerfer aus Westeuropa ihre Kollegen längst eingeholt.

Der Sieger stammt dennoch aus China: Die Shantou Lian Plastic Products Co. Ltd. aus Guangdong kupferte dreist das raffinierte Salz- und Pfefferset "Two-in-One" der WMF AG, Geislingen/Steige, ab und bekam dafür den Plagiarius 2008, einen schwarzen Zwerg mit goldener Nase.

Auf Platz zwei liegen die Mesa Products B. V. AG Doetichem, Niederlande, die sich für einen Gemüsehobel das Design des "V3"-Modells aus der "Trendline" des Niederkailer Herstellers Börner GmbH Kunststoff- und Metallwarenfabrik ausborgten. Die Firma Heinrich Winkelmann GmbH & Co. KG aus Ahlen in Westfalen kam mit ihrem wohl nur Fachleuten geläufigen Gerät ("Druckausdehnungsgefäß für Heizanlagen 'PND' mit Butylblase und fester Gasfüllung"), auf Platz drei, eine Kopie desselben Gefäßes der Pneumatex AG im Schweizer Füllinsdorf.

Waschtischarmaturen, Raumteiler, Schreibgeräte, Eierköpfer, Uhren – nichts ist vor den Kopisten sicher. Das ganze Ausmaß des internationalen Plagiatorentums lässt sich ganzjährig im Museum Plagiarius in Solingen bestaunen.

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