Rauchverbot - Buchdesign

Kafka statt Kippe

Masoud Golsorkhi hatte eine glänzende Idee: Rechtzeitig zum ab 1. Juli 2007 geltenden Rauchverbot in britischen Pubs und Restaurants brachte seine Londoner Designfirma "Tank" eine Serie von wie Zigarettenpackungen aussehenden Büchern heraus.
Kafka statt Kippe:Miniaturbücher, die wie Zigarettenpackungen aussehen

Die neue Frage vor Londoner Pubs: "Haste mal 'nen Kafka?" statt "Haste mal 'ne Kippe?"

Statt der üblichen Glimmstengel enthielten die Packungen Miniaturbücher von Kafka, Conrad, Tolstoi und Hemingway. Die Reihe mit dem sinnigen Untertitel "Geschichten, die einem den Atem nehmen" wird in Buchläden, dem Londoner Design Museum und in den Geschäften von Modeschöpfer Sir Paul Smith verkauft, der sie begeistert einen "tollen Spaß" nennt.

Doch nun droht dem Verlag ein Prozess. British American Tobacco, Hersteller der Marke Lucky Strike, wehrt sich vor allem gegen Ernest Hemingways "Schnee auf dem Kilimandscharo". Das Design mit seinem weissen Grund und dem kreisförmigen Foto erinnere zu sehr an eine Packung Lucky Strike und könne so den Kunden täuschen. Es könne ihm suggerieren, dass BAT mit dem Produkt irgendwie in Verbindung stehe.

Der Tabakgigant fordert die Einstampfung der gesamten Reihe. Golsorkhis Anwalt hält es jedoch für ausgeschlossen, dass die Öffentlichkeit einen Roman von Hemingway mit einer Zigarettenpackung verwechselt.