Jacob Jensen - Design

Generations-Design: "Wie der Vater, so der Sohn

Der dänische Designer Jacob Jensen hat mit seinen Entwürfen dem Hifi-Hersteller Bang & Olufsen zum Welterfolg verholfen und es zu einer Einzelausstellung im New Yorker Museum of Modern Art gebracht. Mittlerweile führt sein Sohn Timothy Jacob Jensen die nach dem Senior benannte Firma – deren Entwürfe der vergangenen 50 Jahre sind nun im Kunstmuseum im dänischen Skive zu sehen
50 Jahre Jensen-Design:Eine Restrospektive im dänischen Skive

Jakob Jensen, "Autoradioentwürfe"

In der nur wenige Räume umfassenden Ausstellung wird direkt klar, was gutes Design für Auswirkungen haben kann. Eines der ersten Ausstellungsstücke, die
ins Auge fallen, ist nämlich „Margrethe“, jene vom dänischen
Hersteller Rosti produzierte Rührschüssel. Seit diese 1955 von Jacob Jensen
entworfen wurde, stellt sie eine Art Urtyp aller Rührschüsseln dar. Wegen des
gelungenen Entwurfs wird „Margrethe“ heute noch hergestellt und dürfte die
dänische Königin, nach der sie benannt ist, wohl überleben.

Gutes Design schafft Produkte, die bleiben. Das haben auch einige andere ausgestellte
Objekte von Jacob Jensen erreicht. So schmücken die Stereoanlagen von Bang &
Olufsen (B&O), die er in den 1970ern und 1980ern für den dänischen
Hersteller entwarf, obwohl sie technisch veraltet sind, auch heute noch viele
Wohnzimmer und erzielen stabile Preise. In einem Flügel des Museums sind
Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Küche und Bad einer imaginären Wohnung errichtet
worden, die nur mit Jacob Jensen-Produkten (des Vaters und des Sohnes)
ausgestattet ist. Hier wird auch klar, dass nicht immer der große Wurf
gelungen ist. Das Jensen-Sofa ist zu schwer und beherrscht den Raum – etwas,
das die Entwürfe des Seniors nie gemacht haben. Prompt wird es auch nicht
mehr produziert.

Das neuste Produkt, das Timothy Jacob Jensen mit seinem Team
gestaltet hat – ein schnurloses Telefon – ist da wieder ganz ein Jacob
Jensen: ein schlichter Entwurf, der zudem zum Titel der Ausstellung passt.
Mikrofon und Lautsprecher des Apparates nehmen die Musterung des
Plattentellers von Jensens B&O-Plattenspielern wie dem Beogram 4000 von 1972
auf.
Vitrinen mit Skizzen und Modellen zeigen, wie mühsam der Designprozess
manchmal ist und welche Rolle die Funktionalität spielt – um einen
Flaschenöffner zu optimieren, wurden die Kronkorken untersucht, die mit den
unterschiedlichen Modellen geöffnet worden waren. Anschließend wurde alles
fein säuberlich nummeriert und abgeheftet, als ginge es um Indizien in einem
Kriminalfall. Als Ergänzung zum etwas dünn ausgefallenen Ausstellungskatalog
sei Christian Holmsted Olesens englischsprachige Monografie empfohlen
(Aschehoug Verlag).

Termin:

"GENERATIONS - Jacob Jensen Design", 15. September - 2. Dezember 2007, Skive Kunstmuseum, Havnevej 14, 7800 Skive.


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