Arp-Museum - Endlich eröffnet

Spektakuläres, weisses Prestigeobjekt

Der Spiritus Rector des Arp-Museums, Galerist Johannes Wasmuth, konnte die Eröffnung des Hauses nicht mehr erleben
Nach jahrelangen Querelen:Arp-Museum von Richard Meier eröffnet

Anselm Kiefer: "Die Frauen der Revolution", um 1984, Installation Arp Museum Bahnhof Rolandseck, 2007

Das neue Arp-Museum bei Remagen ist ein Guckkasten und Lichthaus über dem Rhein, die Flusslandschaft liegt herrlich ausgebreitet, unten steht der 1858 errichtete Bahnhof Rolandseck. Das Prachtstück deutscher Eisenbahnarchitektur dient als Entree: Wer in das kürzlich eröffnete Museum des US-Architekten Richard Meier will, muss durch den Bahnhof, durch einen Tunnel. Aufzüge führen nach oben. Dort wird es licht und schön. Der Spiritus Rector des Arp-Museums, der emsige Galerist Johannes Wasmuth, durfte die Eröffnung des Hauses nicht mehr erleben. Er starb 1996.

Zu lang hat es gedauert, bis das Museum endlich seine Tore öffnen konnte. Denn das weiße Prestigeobjekt – die 25,4 Millonen Euro Baukosten teilen sich das Land Rheinland-Pfalz und der Bund – sieht nicht nur spektakulär aus. Auch als Streitobjekt ist das 4400 Quadratmeter große Museum beinahe beispiellos.

Die 17 Jahre Entstehungsgeschichte sind reich an Disputen. Im Mittelpunkt stand dabei immer wieder der von Wasmuth gegründete Verein Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp, die dem Land nicht nur eine Millionen Euro teure Sammlung verkauft hat, sondern auch als maßgeblicher Leihgeber für etliche weitere Werke der Arps fungiert. Mal lag der Verein im Clinch um Besitzrechte mit der Arp-Fondation in Paris und der Schweizer Fondazione Marguerite Arp, mal musste er an das Land bereits verkaufte Werke zurücknehmen, weil deren Herkunft und Echtheit umstritten waren. 2005 dann musste der Gründungsdirektor Raimund Stecker gehen, auch weil er sich mit dem Arp-Verein überworfen hatte. Es soll dabei um 49 geplante postume Güsse von Arp-Werken gegangen sein, die Stecker partout nicht als Originale anerkennen wollte.

Auch sein Nachfolger Klaus Gallwitz hat angekündigt, nichts auszustellen, was nicht von Arp autorisiert worden sei. Allerdings endet seine Amtszeit 2008. Bei der Eröffnungspräsentation jedenfalls hat Gallwitz neben die Hauptausstellung „Hans Arp. Die Natur der Dinge“ gleich noch Ausstellungen mit Arbeiten von Anselm Kiefer, Johannes Brus, Barbara Trautmann, Anton Henning, Yvonne Fehling und Jennie Peiz gestellt. Große Teile der hauseigenen Arp-Bestände dagegen hat er schlicht ignoriert und erst mal im Depot gelassen.

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