Elbphilharmonie - Hamburg

Das ist ja kein Reihenhaus

Der Bau der Hamburger Elbphilharmonie verzögert sich um ein Jahr. Das gaben der Generalintendant der Elbphilharmonie, Christoph Lieben-Seutter, und Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck am Dienstag in Hamburg bekannt. "Die Elbphilharmonie wird den Spielbetrieb erst zur Saison 2011/2012 aufnehmen", sagte von Welck.
"Das ist ja kein Reihenhaus":Bau der Elbphilharmonie verzögert sich

Musik für die HafenCity: Das neue Hamburger Konzerthaus "Elbphilharmonie"

Eigentlich sollte das spektakuläre Konzerthaus aus Glas auf einem alten Kaispeicher im Hafen im Herbst 2010 eröffnet werden. Ende März wurde bereits bekannt, dass das Gebäude der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron voraussichtlich 20 Millionen Euro teurer wird als geplant. Insgesamt kostet das Konzerthaus 241,3 Millionen Euro, von denen die Stadt Hamburg 114,3 Millionen Euro übernehmen wird. Wer für die Verzögerungen verantwortlich ist und
damit die entstandenen Kosten tragen muss, wird voraussichtlich erst im Herbst feststehen.

"Die Elbphilharmonie ist ein unbeschreiblich schwieriges Projekt", sagte von Welck. "Die Elbphilharmonie ist ein Unikat. Das ist ja kein Reihenhaus, das man schon mal irgendwo anders gebaut hat. Das ist schwieriger als das Olympiastadion in Peking!"

Die Entscheidung sei notwendig geworden, da der Investor Hochtief Anfang Mai die städtische Realisierungsgesellschaft (ReGe) davon unterrichtet hat, dass er das Bauvorhaben nicht zu dem vertraglich vereinbarten Termin fertigstellen kann. Auf der Baustelle gebe es bereits jetzt einen Terminverzug von vier Monaten. "Die Verträge mit den Konzertveranstaltern hätten jedoch im Juni unterschrieben werden müssen. Daher war es nicht mehr zu verantworten, auf eine Eröffnung 2010 zu setzen."

Die Entscheidung für einen späteren Eröffnungstermin sei für ihn "eine Enttäuschung und eine Erleichterung zugleich", sagte Lieben-Seutter. "Jetzt haben wir endlich Planungssicherheit und zwar rechtzeitig und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist." Die Eröffnung der Elbphilharmonie sei "ein internationales Spitzenereignis" und da müsse alles hinhauen – von der Infrastruktur bis zur Gastronomie – und dafür seien jetzt gute Voraussetzungen geschaffen. Auch die beteiligten Orchester hätten die Entscheidung mit "großer Erleichterung" aufgenommen. Viele hätten sowieso schon damit gerechnet. Einige der geplanten Konzerte würden nun in die
Laeiszhalle verlegt, andere um ein Jahr verschoben.

dpa

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