Gestorben - Oswald Mathias Ungers

Das Geheimnis der Klarheit

Bauten wie die vor zehn Jahren eingeweihte Galerie der Gegenwart in Hamburg stehen exemplarisch für das Schaffen des Kölner Architekten, der jetzt im Alter von 81 Jahren starb
Gestorben:Der Kölner Architekt O. M. Ungers ist tot

News

Der Kölner Architekt Oswald Mathias Ungers ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am vergangenen Wochenende im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Ungers’ Bauten zeichnen sich durch streng geometrische Ordnungsmuster aus, seine gestalterischen Elemente sind Formen wie Quadrat, Kreis, Kubus oder Kegel. “Nichts stört hier das vom Architekten Oswald Mathias Ungers beschworene ‘Geheimnis der Klarheit’”, schrieb Peter M. Bode im Februar 1992 in art über einen der spektakulärsten Bauten von Ungers, die “Galerie der Gegenwart” neben der Hamburger Kunsthalle. Bodes Fazit, die “geometrische Urform des Quadrats reicht aus, um alles zu sagen”.

Hamburgs erster staatlicher Museumsneubau seit 1945 ist ein Meilenstein im langen Schaffen des Architekten, der von 1947 bis 1950 bei Egon Eiermann an der Technischen Hochschule Karlsruhe studierte. Büros gründete er 1950 in Köln, 1964 in Berlin, 1974 in Frankfurt/Main und 1983 in Karlsruhe. Außerdem war Ungers unter anderem Professor an der TU Berlin, an der Cornell University in Ithaca, New York, an der University of California (UCLA) in Los Angeles und der Düsseldorfer Kunstakademie. Zu den bekanntesten Bauten von Ungers gehören der Neubau des Wallraf-Richartz-Museum in Köln, das Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung in Bremerhaven, das Deutsche Architektur-Museum sowie das Museum für Kommunikation in Karlsruhe.