Rem Koolhaas

Prada Foundation

Prada-Kunstzentrum in Mailand
"Unveiling the Prada Foundation": Das neue Kunstzentrum von Rem Koolhaas (Courtesy: Prada Foundation )

PRADA-KUNSTZENTRUM IN MAILAND

Das "Office for Metropolitan Architecture" (OMA) unter Rem Koolhaas baut auf dem Mailänder Areal einer ehemaligen Schnapsfabrik ein knapp 30 000 Quadratmeter großes Kunstzentrum für die private Sammlung von Miuccia Prada und ihrem Ehemann Patrizio Bertelli.
// UTE DIEHL

Miuccia Prada war immer eine sehr diskrete Mäzenin. Sie setzte sich nicht wie der Mode-Milliardär François Pinault mit einer Kunstkollektion in Szene. Über ihre Sammlung war wenig bekannt, aber man ahnte ihre gigantischen Ausmaße.

So wird allein seit Jahren im Depot der Fondazione der 13 Meter lange, mit echten Blumen bepflanzte "Frühlingsgarten" von Marc Quinn in Silikonöl bei minus 20 Grad frisch gehalten. Von Tobias Rehbergers Luxusautos, die er nach dem Gedächtnis entworfen hat und in Thailand bauen ließ, hat Miuccia Prada gleich zwei Exemplare gekauft: einen gelben Porsche und einen hellblauen Ferrari.

Jetzt haben sich Miuccia Prada und ihr Mann entschlossen, ihre Sammlung öffentlich auszustellen. Wegen ihrer Größe allerdings nur im Rotationsverfahren. Den passenden Ort für ihr Kunstzentrum fanden sie an der südlichen Peripherie Mailands in einer aufgelassenen Fabrik am Largo Isarco.

Patrizio Bertelli, Ehemann von Miuccia Prada und Geschäftsführer des Mailänder Luxuslabels, lud gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter der Stiftung, Germano Celant, die Presse zur Besichtigung des weitläufigen Geländes ein. Der niederländische Stararchitekt Rem Koolhaas erläuterte sein Projekt für den Um- und Anbau der 1909 erbauten Schnapsbrennerei.

Koolhaas wird die vorhandenen 17 500 Quadratmeter noch um weitere 10 000 Quadratmeter erweitern. So ist ein unterirdisches Auditorium und ein Turm als Wahrzeichen geplant. In drei Jahren soll der Gebäudekomplex fertig sein.

"Um ehrlich zu sein", sagt Miuccia Prada, "wäre ich vielleicht lieber nach New York oder London gegangen. Aber mein Mann hat sehr für Mailand plädiert." In den großen Hallen stapeln sich Berge von Kisten voll Kunst. Einige hohe Objekte stehen weißverhüllt im Raum.

Als Miuccia Prada und ihr Mann vor elf Jahren ihre Kunststiftung gründeten, baten sie Germano Celant um Hilfe. Er öffnete dem Paar die Augen für spektakuläre Werke. Signora Prada ließ gleich einen vier Tonnen schweren Gesteinsbrocken von Michael Heizer nach Mailand bringen. Von da an gab sie Künstlern wie Carsten Höller, Mariko Mori und jetzt Nathalie Djurberg freie Bahn für grosse Auftritte.

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