Jean Nouvel

Pritzker-Preis

Jean Nouvel erhält Architektur-"Nobelpreis"
Jean Nouvel: Guthrie Theater, Minneapolis, Minnesota, 1999-2006 (Foto: Roland Halbe. Courtesy: Pritzker-Prize)

JEAN NOUVEL ERHÄLT ARCHITEKTUR-"NOBELPREIS"

Die wichtigste Ehrung in der Architektur, der Pritzker-Preis, geht dieses Jahr an den französischen Architekten Jean Nouvel, 62. Das teilte das Organisationskomitee am Sonntag in Los Angeles mit. Der mit 100 000 Dollar dotierte "Nobelpreis" der Architektur, soll am 2. Juni in Washington verliehen werden.
// FELICITAS RHAN

Die Pritzker-Jury begründet ihre Entscheidung mit einer Laudatio, in der "die Qualität seines unermüdlichen Unternehmungsgeistes, seine Beharrlichkeit, Fantasie und der unersättliche Drang zum kreativen Element", sowie seine "Courage beim Verfolgen neuer Ideen und seine Infragestellung akzeptierter Normen in der Baukunst" gelobt wurde.

Der Pritzker-Preis gilt als der renomierteste Preis für Baukunst und "würdigt jedes Jahr einen lebenden Architekten, dessen tatsächlich gebautes Werk Talent, Vision und Engagement beweist, der durch seine architektonische Kunst einen wichtigen und festen Beitrag zur Menschheit und zum Bauwesen geleistet hat", so die Stiftung über die Auszeichnung. Der Preis wird seit 1979 von der Hyatt-Stiftung unter der Präsidentschaft von Thomas Pritzker vergeben. Zu den früheren Preisträgern zählten unter anderem der Amerikaner Frank Gehry und der Italiener Renzo Piano, sowie die 2004 als erste Frau ausgezeichnete Star-Architektin Zaha Hadid. Jean Nouvel ist nach Christian de Portzamparc, der die Auszeichnung 1994 erhielt, der zweite Franzose, der den Pritzker-Preis gewann.

Jean Nouvel, heute 62 Jahre alt, befasste sich zunächst mit Malerei, studierte dann Architektur an der École des Beaux Arts in Paris und eröffnete mit 25 Jahren sein erstes Architekturbüro in Paris. Heute ist er durch seine Niederlassungen in Metropolen wie London, Barcelona oder New York auf der ganzen Welt vertreten.

Über 200 Projekte entwarf Nouvel in seiner Heimat Frankreich, sowie in Europa, Asien und in den USA. Zu seinen bekanntesten Bauten gehören die Galeries Lafayette (1996) an der Berliner Friedrichstraße, das Museum für zeitgenössische Kunst "Fondation Cartier" (1994) in Paris, der an das Londoner Bürohausgebäude ("Gurke") erinnernde "Torre Agbar" in Barcelona (2006) und das am Vierwaldstätter See platzierte Konzert- und Kongresszentrum in Luzern (2000).

Das Institut der Arabischen Welt (Institut du Monde Arabe, 1987) in Paris war eine seiner ersten Arbeiten und erweckte Aufmerksamkeit durch die verschieden großen Blenden an den quadratischen Fenstern. Sie steuern mittels Fotovoltaik den Lichteinfall und sind in ihrer Optik islamischen Mustern nachempfunden. Genau 20 Jahre später eröffnete auch in Paris, im Schatten des Eifelturms, Nouvels Musée du Quai Branly (2007) für die Kunst außereuropäischer Völker. An weiteren Aufträgen wie einer neuen Pariser Philharmonie, einer Dependance des Louvre in Abu Dhabi und einem riesigen Büroturm neben dem New Yorker MoMA wird bereits gearbeitet.

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