Bauhaus

Dessau

Kein Haus fürs Bauhaus?
Das zum UNSECO-Weltkulturerbe gehörende Bauhaus-Gebäude in Dessau. Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet und musste später nach Dessau umsiedeln. (Foto: Jens Wolf, dpa)

KEIN HAUS FÜRS BAUHAUS?

Zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhaus soll ein neues Ausstellungszentrum für die umfangreiche Sammlung gebaut werden – doch das Projekt steckt in schwierigem Fahrwasser: Der Projektleiter hat aufgegeben, und das Land verweigert Geld.

Das Bauhaus Dessau wurde 1919 gegründet, 1926 wurde das Gebäude eröffnet – die Stiftung Bauhaus will das 100-jährige und das 90-jährige Jubiläum vor allem mit der Eröffnung eines neuen Besucher- und Ausstellungszentrums feiern, das endlich die Möglichkeit bieten soll, die weltweit zweitgrößte Bauhaussammlung in angemessenem Rahmen zu präsentieren.

Derzeit allerdings sieht es so aus, als wäre das ehrgeizige Projekt zum Scheitern verurteilt. Jetzt hat Joachim Habusch, Dezernent für Wirtschaft und Stadtentwicklung, überraschend die Projektleitung für das geplante Zentrum niedergelegt. "Es wurden Informationen an Minister über Varianten und Konzepte weitergegeben, die nicht freigegeben waren", sagte er laut "Mitteldeutsche Zeitung". "Es wurden hinter meinem Rücken Arbeitsaufträge und Arbeitsrichtungen geändert." Zu Details äußerte er sich nicht.

Noch gravierender ist allerdings die immer noch nicht gesicherte Finanzierung des Projekts, das mit 15 Millionen Euro Baukosten veranschlagt ist. Die Stadt Dessau trägt sieben Millionen, der Rest soll aus Landesmitteln kommen. Dann die Hiobsbotschaft: "Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat uns darüber informiert, dass sie derzeit keine Möglichkeit sieht, die anteiligen Kosten für ein dringend benötigtes Besucher- und Ausstellungszentrum am Bauhaus Dessau in der bislang vorgeschlagenen Form zu tragen", erklärt Philipp Oswalt, Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau. Und hoffnungsvoll: "Ich sehe in diesem Schritt keine finale Antwort der Landesregierung oder gar eine Absage an das Bauhauserbe in Dessau-Roßlau. Wir sind mit der Landesregierung im Gespräch, bereits eingeworbene Mittel des Bundes und der Stadt Dessau-Roßlau durch entsprechende Kofinanzierung des Landes zu sichern."

Philipp Oswalt kann sich "nicht vorstellen, dass mit dem jetzigen Haushaltsentwurf der Landesregierung das letzte Wort gesprochen ist" und drängt auf eine Lösung innerhalb der laufenden Legislaturperiode, die 2014 endet. pb

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