SANAA

Pritzker-Preis 2010

"Grazil und kraftvoll"
The Rolex Learning Center in Lausanne, Schweiz, 2009 (Foto: Hisao Suzuki, Courtesy SANAA)

"GRAZIL UND KRAFTVOLL"

Der Pritzker-Preis, die mit 100 000 Dollar weltweit höchste Auszeichnung für Architekten, geht in diesem Jahr nach Japan: Preisträger sind Kazuyo Sejima und ihr Kollege Ryue Nishizawa, die Gründer des Architektenbüros Sanaa in Tokio.

Am 17. Mai soll der Preis in New York an die Gründer des Architektenbüros Sanaa überreicht werden, wie die Verleiher der Auszeichnung am Sonntag mitteilten. Zu den bekanntesten Projekten der beiden japanischen Architekten gehören das "New Museum of Contemporary Art" in New York, das "Christian Dior Building" in Tokio und das "21st Century Museum of Contemporary Art" in Kanazawa. Das für seine puristischen Projekte bekannte Team hat in Essen die "Zollverein School of Management and Design" entworfen.

Im nordfranzösischen Lens wird derzeit nach ihrem Design die Louvre-Dependance gebaut. Das rund 150 Millionen Euro teure Museum soll 2012 eröffnet werden. Es besteht aus fünf flachen Gebäuden und bildet eine fast 500 Meter lange Flucht. Sejima war im vorigen November als erste Frau zur Leiterin der Architekturbiennale von Venedig (29.August bis zum 21. November 2010) ernannt worden.

Die Pritzker-Jury würdigte in einer Mitteilung die zugleich "grazilen und kraftvollen" sowie "klaren und fließenden" Entwürfe des Paares. Die Stiftung verwies auch darauf, dass erst zum dritten Mal in der Geschichte des seit 1979 vergebenen Preises ein Architekten-Duo ausgezeichnet wird. "Mit diesem Preis werde ich weiter versuchen, wundervolle Architektur zu gestalten", wurde Sejima von der Nachrichtenagentur Kyodo zitiert.

"Ich fühle mich geehrt und bin zugleich sehr überrascht", sagte ihr Kollege Nishizawa. "Jedes Projekt wird zur Motivation für mein nächstes neues Projekt. Auf dieselbe Weise hat dieser wundervolle Preis mir eine dynamische Energie verliehen, wie ich sie nie zuvor empfunden habe." Die meisten ihrer Werke befinden sich in ihrer japanischen Heimat, wo die Architekten unter anderem das Ogasawara Museum in Iida in der Provinz Nagano und das 21st Century Museum of Contemporary Art in Kanazawa in der Provinz Ishikawa schufen.

"Architektur, die offen wirkt"

"Ich habe danach gesucht, wie ich Architektur machen kann, die offen wirkt, etwas, was ich für wichtig für eine neue Generation an Architektur empfinde", so Sejima. Unter den bisherigen Pritzker-Gewinnern sind drei Japaner.

Der Architekturpreis wurde von dem Chicagoer Unternehmer Jay A. Pritzker und dessen Ehefrau Cindy gestiftet. Die Familie besitzt unter anderem die internationale Hyatt-Hotelkette. Zu den bisherigen Preisträgern gehören neben Frank Gehry auch der Italiener Renzo Piano, der Niederländer Rem Koolhaas, die Schweizer Jacques Herzog und Pierre de Meuron, der Brasilianer Oscar Niemeyer und der deutsche Architekt Gottfried Böhm. 2004 erhielt mit der aus dem Irak stammenden britischen Architektin Zaha Hadid erstmals eine Frau den renommierten Preis. Im vergangenen Jahr wurde der Schweizer Architekt Peter Zumthor ausgezeichnet. dpa

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1 Leserkommentar vorhanden

xmmot

23:34

31 / 03 / 10 // 

drum roll

http://informalspaceproduction.wordpress.com/2010/03/29/the-world-most-famous-architects/

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