Calatrava-Prozeß - Bilbao

Stararchitekt Calatrava verliert Brücken-Prozess

Bilbao:Stararchitekt Calatrava verliert Brücken-Prozess

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Eine Brücke ist in erster Linie eine Brücke und erst an zweiter Stelle ein architektonisches Kunstwerk – so lautete die Begründung eines spanischen Gerichtes, das die Klage des Stararchitekten Santiago Calatrava zurückgewiesen hat. Calatrava hatte gegen die Erweiterung einer von ihm gebauten Fußgängerbrücke im baskischen Bilbao geklagt.

Für die Erweiterung hatte die Stadtverwaltung den japanischen Architekten Arata Isozaki beauftragt, der der Calatrava-Brücke in der Nähe des Guggenheim-Museums einen weiteren Laufsteg hinzugefügt hatte.

Calatrava verlangte, den Steg abzureißen – oder eine Entschädigung von drei Millionen Euro. Er sieht seine Urheberrechte verletzt. Das Gericht stellte in seinem Urteil zwar fest, dass die Brücke ein künstlerisches Werk sei, das durch die Urheberrechte geschützt ist. Es entschied aber, dass die Belange der Bürger Vorrang hätten. Sie wollten die Brücke schließlich überqueren.

Das Gericht übte jedoch heftige Kritik an den Stadtoberen von Bilbao. „Völlig unverständlich“ sei es, dass die Stadt keinerlei Anstrengung unternommen habe, Calatrava für die Erweiterung zu gewinnen.
Santiago Calatrava kündigte eine Berufung gegen das Urteil an.