Museum Arken - Erweiterungsbau

Kunstachse trifft White Cube

Eines von Nordeuropas bekanntesten Museen, Arken in Ishøj vor den Toren Kopenhagens, eröffnete am letzten Januarwochenende einen Erweiterungsbau, der die Ausstellungsfläche von 3400 auf 5000 Quadratmeter vergrößert und sechs Million Euro gekostet hat. Ein erster Rundgang
Kunstachse trifft White Cube:Ungewöhnliches Museum erhält klassischen Anbau

Schiff Ahoi: Das dänische Museum Arken hat einen sechs Millionen Euro teuren Erweiterungsbau bekommen

Arken, das bereits vor der Einweihung 1996 wegen der ungewöhnlichen Architektur Aufsehen erregte, hat nun einen Anbau, der mehr an ein klassisches Museum erinnert. Zukünftig soll in dem alten Teil des Hauses die Sammlung des Museums gezeigt werden (unter anderem mit Werken von John Bock, Elmgreen und Dragset, Damien Hirst) und die zusätzliche Ausstellungsfläche für Wechselausstellungen genutzt werden.

Obwohl die architektonischen Ideen des ursprünglichen Arken und des Anbaus sehr unterschiedlich sind, ist der Übergang vom alten in den neuen Teil des Museums nicht direkt zu bemerken, sondern verläuft allmählich. Die von Søren Lund gestaltete, markante Kunstachse, die das Zentrum des Hauses bildet, ist ein lang gezogener Ausstellungsraum mit viel rohem Beton, dessen eine Wand gebogen ist und der sich bestens für das Zeigen von
Installationen, aber wenig für Bilder eignet. Die neuen Räume ähneln dem klassischen White Cube um einiges mehr. Zwischen dem alten Gebäude und den neuen Räumen befinden sich einige Räume, die zwar viel vom Fabrikhallencharakter der Kunstachse haben, aber gleichzeitig gewöhnliche Wände haben und rechteckig sind. Eine der neuen Wände ist Damien Hirst gewidmet. Arken stellt dort zehn Werke des britischen Künstlers aus, darunter das rosa Herz mit echten Schmetterlingen, die in der Farbe festkleben ("Untitled (Birthday Card)", 2001) und auch Multiples wie ein Druck des Diamantenschädels ("For the Love of God, The Diamond Skull", 2007).

Im neuen, im Vergleich zu Lunds Kunstachse geradezu langweiligen, aber dafür praktischen Teil werden noch bis zum Frühsommer eine Einzelausstellung des deutschen Künstlers Anders Golder sowie Bilder der Skagen-Maler gezeigt.
Letztere hängen auf Wänden in leichtem Hellblau, Zartrosa und Gelb. Das nimmt der Ausstellung ein wenig den Museumscharakter und lässt sie weniger als Objekte erscheinen. Clou der aktuellen Hängung: Wer durch die Ausstellung mit der rund 100 Jahre alten Skagenmalerei schlendert, landet plötzlich unvermittelt in einem Raum mit zeitgenössischer Kunst und erlebt einen kleinen Schock. Nach den Skagenbildern, deren Szenarien einschlägige Literatur wohl wahlweise als idyllisch oder malerisch bezeichnen würde, blickt man als Erstes auf eine riesige abstrakte und auf wenige Farben reduzierte Malerei des Dänen Tal R. An der Wand gegenüber hängen gegenständliche, an Fabeln oder Drogenräusche erinnernde Bilder von Kathrine Ærtebjerg, und an der hinteren Wand wird durch eine Fensterfront der Blick nach draußen frei.

Arken liegt direkt am Ostseestrand. Der Kontrast zwischen den Skagenmalern und den zeitgenössischen dänischen Künstlern ist in etwa so groß wie zwischen den beiden Architekturen des neuen Arken. Gut, dass beides seinen Platz findet.

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