Motel Hamburg - Denkmalschutz

Zeitreise in die fünfziger Jahre

Das "Motel Hamburg" sieht aus wie vor 50 Jahren – und wurde jetzt unter Denkmalschutz gestellt
Nostalgie:Hamburger Motel unter Denkmalschutz gestellt

Rot-weiße Garagentüren, gepflegt bepflanztes Rondel: das "Motel Hamburg"

Wenn ein Geschäftsmann mit seiner Sekretärin durchbrennt, ein irrer Killer mit dem Messer Blondinen meuchelt oder einer dieser endlos scheinenden Road Movies erzählt wird – im Hollywoodkino spielt sehr oft ein Motel eine Hauptrolle. Das "Motel Hamburg" an der viel befahrenen Hoheluftchaussee in der Hansestadt hat zwar keinen Norman Bates zu bieten, dafür aber etwas, was die amerikanischen Billigabsteigen für Motorisierte nie bekommen werden: Denkmalschutz!

Das Motel (Werbeslogan: "Parken Sie Ihr Auto direkt bei Ihrem Zimmer") wurde vom Hamburger Architekten Herbert Schmedje 1957/58 nach amerikanischem Vorbild gebaut. "Als Dokument für die Zeit des Wirtschaftswunders erzählt es anschaulich von der motorisierten und reisenden Gesellschaft", heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Hamburger Senats.

Von außen deutet nur eine Werbetafel auf das Schmuckstück aus den Fifties hin. Hat man die Zufahrt passiert, scheint der Besucher wie mit einer Zeitmaschine in die fünfziger Jahre katapultiert zu sein: Von der Typografie des Hinweisschildes über das gepflegt bepflanzte Rondel, die rot-weiß gestrichenen Garagentüren, die teilweise mosaikgefliesten Fassaden – alles ist noch so erhalten, wie es in den Fünfzigern erbaut worden ist. Auch im Innern feiern die Fifties fröhliche Urständ. Aber natürlich hat das 21. Jahrhundert auch in diese immer noch sehr gut besuchte Herberge Einzug gehalten: In allen Zimmern gibt es neben Sateliten-TV auch Internetanschluss.