Städelmuseum - Erweiterungsbau

Kunst im leuchtenden Maulwurfshügel

Frankfurter Architekten Schneider + Schumacher entwarfen unterirdischen Anbau für das Städelmuseum
Leuchtender Maulwurfshügel:Frankfurter Architekten gewinnen Städel-Wettbewerb

Leuchtender Teppich in der Nacht: Siegerentwurf für den Erweiterungsbau des Frankfurter Städel von Schneider + Schumacher

Die Teilnehmer kamen aus Zürich, New York, Wien, Berlin, Tokio, Amsterdam und Frankfurt/Main und trugen immerhin so berühmte Namen wie Diller Scofidio + Renfro (art 1/2008) oder Sanaa (art 12/2006) – den Wettbewerb um den Erweiterungsbau des Frankfurter Städelmuseums hat jedoch das lokale Team Schneider + Schumacher gewonnen. Sie hatten, wie drei weitere der eingeladenenen Mitbewerber, die Idee, den Anbau im Erdreich unter dem Museumsgarten zu versenken. "Ein leuchtendes Juwel am Tag, ein Lichtteppich in der Nacht – etwas ganz Besonderes", urteilt die Jury.

Die unterirdische, nach oben hin aufgewölbte Ausstellungshalle (es wird bereits vom "überdimensionierten Maulwurfshügel" gesprochen) wird durch in die Decke eingelassene, zum Städelgarten sich öffnende, runde Fenster mit Tageslicht versorgt. Nach Einbruch der Dunkelheit illuminiert das künstliche Licht den darüberliegenden Garten. Das Städel wird rund 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche hinzugewinnen. Museumsdirektor Max Hollein rechnet mit Kosten zwischen 20 und 30 Millionen Euro, Ende der Bauarbeiten soll 2010 sein.

Wer wie viel der Kosten tragen wird, ist indes noch nicht klar. Das Städel verhandele zur Zeit mit zwei Banken, heißt es. Bürgermeisterin Petra Roth (CDU), die auch in der Jury saß, kündigte laut "Frankfurter Rundschau" an, sie werde sich für einen Beitrag Frankfurts "für das Flaggschiff" einsetzen. Die gemeinnützige Hertie-Stiftung soll bereits sieben Millionen zugesagt haben. Wie Nikolaus Schweikart, Verwaltungsvorsitzender des Städel, weiter sagte, werden auch Gespräche mit anderen Stiftungen und Unternehmen geführt. Das Städel selbst setzt auf den Spendierwillen der Frankfurter und will im Sommer eine breite Bürgeraktion starten.

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