Temporäre Kunsthalle - Berlin

Im Kasten: Der Beschluss für die temporäre Kunsthalle Berlin

Schon im kommenden Frühjahr soll eine temporäre Kunsthalle für zeitgenössische Kunst auf dem Schlossplatz im Zentrum Berlins eröffnen. Der „Würfel“, erdacht vom Wiener Architekten Adolf Krischanitz, machte als Entwurf das Rennen - vor der "Wolke", die das Berliner Kunstmagazin „Monopol“ lanciert hatte, ein Entwurf des Architekturbüros „Graft“
Die Würfel sind gefallen:Die temporäre Kunsthalle Berlin eröffnet im Frühjahr

Das Modell "Würfel", das im wochenlangen Pokerspiel um das prestigeträchtige Projekt in exponierter Lage als Sieger hervorgegangen war

Nun ist es endlich entschieden. Schon im kommenden Frühjahr soll eine temporäre Kunsthalle für zeitgenössische Kunst auf dem Schlossplatz im Zentrum Berlins eröffnen. Klaus Wowereit, der regierende Bürgermeister, verkündete am Dienstagnachmittag den Beschluss des Berliner Senats zum Bau der Halle.

Nachdem die Politik im Sommer um die Einreichung von Vorschlägen gebeten hatte, kristallisierte sich immer
mehr heraus, dass eines der zwei aussichtsreichsten Konzepte das Rennen machen würde: entweder die vom Berliner Kunstmagazin „Monopol“ lancierte „Wolke“ nach Entwürfen des Architekturbüros „Graft“ oder der praktische „Würfel“, erdacht vom Wiener Architekten Adolf Krischanitz und vorgeschlagen von der Berliner Künstlerin Coco Kühn
und der Kulturmanagerin Constanze Kleiner.

Letztlich bekamen Kühn und Kleiner mit ihrer Initiative „White Cube Berlin“ den Zuschlag – als Grund gab Wowereit vor allem die solidere Finanzierung an. Eine Voraussetzung für die Errichtung der Kunsthalle war neben einem schlüssigen inhaltlichen Konzeptes der Verzicht auf jegliche Unterstützung durch die öffentliche Hand. Mit
der Zusage der „Stiftung Zukunft Berlin“, für den Aufbau, Betrieb und Abbau finanziell voll einzustehen, besaßen Kühn und Kleiner also den entscheidenden Trumpf im wochenlangen Pokerspiel um das prestigeträchtige Projekt in exponierter Lage.

Eine Rolle mag auch die Besetzung des künstlerischen Beirats gespielt haben, der durch Gerald Matt, dem Direktor Kunsthalle Wien, Dirk Luckow, Direktor der Kieler Kunsthalle, Julian Heynen, Künstlerischer Leiter K 21 Kunstsammlung Nordrhein- Westfalen, Düsseldorf, und Katja Blomberg, Direktorin Berliner Haus am Waldsee, mit vier gestandenen Ausstellungsmachern besetzt ist.
Wenn die Box, in deren Inneren sich neben einer 600 Quadratmeter großen Ausstellungshalle mit einer Deckenhöhe von zehn Metern auch ein Café und ein Museumsshop befinden sollen, im Frühjahr 2010 nach zweijähriger Arbeit den Bauarbeiten für das Humboldt-Forum weicht, wolle man bereits „Legende“ sein, so Co-Initiatorin Kleiner.
Mit welchen Ausstellungen dies gelingen soll, behielten die strahlenden Siegerinnen vorerst für sich.