Service: Documenta 14 in Kassel

Museen, Galerien, Parks

Kassel ist so quicklebendig wie erfolgreich – und während der Documenta besonders attraktiv. Hier finden Sie die schönsten Parks zum Flanieren sowie Museen und Galerien für Kunst jenseits des großen Kunstfests.
Museen, Galerien, Parks

Märchenhaft: die Grimmwelt in der Weinbergstraße in Kassel.

Museen

Neben dem Fridericianum, das auch zwischen den Documenta-Schauen Ort außergewöhnlicher Ausstellungen unter der Leitung von Susanne Pfeffer ist, wartet Kassel mit einem reichen Angebot an Museen auf: Neue Galerie, Hessisches Landesmuseum, Grimmwelt, Stadtmuseum (siehe: Documenta-Standorte) sowie die mit wunderbaren Rembrandt-Gemälden ausgestattete Gemäldegalerie Alte Meister und die Antikensammlung im schloss wilhelmshöhe. Ein außergewöhnliches Ausstellungshaus ist das Museum für Sepulkralkultur (Weinbergstraße 25–27), das Ausstellungen zu Tod und Totenkult zeigt. Eine Totenstadt soll auch die Künstler-Nekropole am Blauen See (Rasenallee/Ahnatalstraße) werden nach der Idee des ehemaligen documenta-Teilnehmers Harry Kramer. Neun Künstler schufen sich bisher hier ihr eigenes Grabmal. Mit dem Tod spielt manchmal die Karikatur, und schwarzer Humor prägt oft die Satire. Beides sieht man in der Caricatura (Rainer-Dierichs-Platz 1). Ausgangspunkt für den Planetenweg in der Karlsaue ist das Astronomisch-Physikalische Kabinett mit Planetarium in der orangerie. Und das hat Tradition: Sammelten doch die kurhessischen Landgrafen nicht nur Instrumente für die Vermessung des Himmels und der Erde, sondern ermöglichten auch die erste fest eingerichtete Sternwarte Europas. Nebenan das Marmorbad ist das letzte erhaltene spätbarocke Badegebäude Deutschlands mit Statuen von Pierre- Étienne Monnot.

Parks und Schlösser

Seit 2013 steht der Bergpark Wilhelmshöhe mit seinen Wasserkünsten auf der UNESCO-Welterbeliste, und seither strömen (noch mehr) Touristen aus aller Welt vor allem sonntags (und mittwochs) hierher, wenn ab 14.30 Uhr oben am Herkules das Wasser aufgedreht wird und die Wasserspiele beginnen: über die Kaskaden, den Steinhöfer Wasserfall, das Aquädukt bis zum Schlossteich, wo der Wasserdruck dann kurz vor 16 Uhr das Wasser in eine 50 Meter hohe Fontäne verwandelt. Zusätzlich finden von Juni bis September an jedem ersten Samstag im Monat nach Sonnenuntergang die beleuchteten Wasserspiele statt. Der Zugang zum Bergpark und zu den Wasserspielen ist kostenlos. Die Parkplätze allerdings sind in dieser Zeit kostenpflichtig (7 Euro). Der Parkschein gilt für bis zu sechs weitere Personen. Außerdem erhält man für die Attraktionen im Bergpark wie Löwenburg, Herkules, Weißensteinflügel und Schloss Wilhelmshöhe zwei Eintrittskarten zum Preis von einer (weitere Infos: www.kassel.de).

Der Herkules, der über der Stadt wacht, gilt als Kassels Wahrzeichen. 1717 wurde die 8,25 Meter hohe Statue aus Kupfer konstruiert, nachdem Landgraf Karl ein Abbild des antiken Halbgotts in der Villa Farnese in Rom gesehen hatte. Wilhelmshöhe ist eine der größten Gartenanlagen Europas. Nicht nur fast 600 Arten an Sträuchern und Bäumen sind hier versammelt, sondern auch originelle Bauten, die sich an den verwunschenen Wegen befinden: Grotte, Einsiedelei, Pyramide und sogar Pagoden. Von der Vorliebe der Landgrafen für Prunk und Spiel zeugt auch die Löwenburg. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine mittelalterliche Ruine. Tatsächlich wurde sie erst zwischen 1793 und 1801 gebaut. Südlich der Kasseler City erstreckt sich die Karls­aue. Der eineinhalb Quadratkilometer große Park (siehe Documenta-Standorte), liegt malerisch an den Fuldaniederungen. Ebenfalls im Stadtgebiet befindet sich der kleinere Park Schönfeld mit einem 1777 erbauten Schlösschen.

Genau zwischen den beiden Großausstellungen Documenta 14 in Kassel und Skulptur Projekte Münster liegt der Gräfliche Park in Bad Driburg (Brunnenallee 1, 33014 Bad Driburg). Die Großveranstaltungen waren der Anlass, den deutschen Bildhauer Michael Sailstorfer mit einer begehbaren Skulptur im öffentlichen, 235 Jahre alten Landschaftspark zu beauftragen. Zu sehen ist seine neue Arbeit – ein hölzerner Hochsitz – mit dem Titel "Kopf und Körper Bad Driburg".

Galerien und Off-Spaces

Die Südstadt an der Frankfurter Straße unterhalb des Weinbergs und in Nähe zur Kunsthochschule hat sich zur Galerienmeile entwickelt, in der junge Kunst und Experimentelles geboten werden (www.galerien-kassel.de). So zeigt die Warte für Kunst (Frankfurter Straße 54) innovative Künstler und Kuratoren und lädt zu begleitenden Veranstaltungen ein. Das Artstudio 55 (Frankfurter Straße 55) will Galerie, Store und Treffpunkt für Künstler aus der ganzen Welt sein. Im Tokonoma in der Frankfurter Straße 58 kuratieren Studierende der Kunsthochschule Kassel Ausstellungen junger Künstler; außerdem Film und Musik mit DJs der Clubszene und aufstrebende Bands. Das FBI (FachBeschäft für Interaktion) in der Frankfurter Straße 60 ist ein Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und Kindern und organisiert neben Ausstellungen auch Seminare und Workshops zum Beispiel zur Lebensmittelrettung und zum Upcycling. Die Galerie Ulrike Petschelt (Frankfurter Straße 62) stellt zeitgenössische Malerei, Zeichnung, Fotografie, Grafik und Skulptur aus. In Kooperation mit dem Landesmuseum Hannover und dem Linden-Museum Stuttgart zeigt die Galerie Rasch (Frankfurter Straße 72) vom 20. Mai bis 25. August zeitgenössische Werke einer Künstlergruppe aus Hawaii (Aloha ’aina: Kaili Chun/April Drexel/Kapulani Landgraf/Abigail Romanchak/Maika’i Tubbs).

Im Vorderen Westen, wo sich auch das Prisma (Dörnbergstraße 1), ein Verkaufsraum von Kunsthandwerkern und Designern, befindet, ist die Galerie Coucou angesiedelt (Elfbuchenstraße 20). Dort werden bekannte und aufstrebende Künstler ausgestellt. Eine renommierte Galerieadresse ist auch die Galerie Melchior (Terrasse 15) auf dem Weinberg. Sie zeigt vom 21. Juni bis 10. August Arbeiten von Documenta-Künstlern aus eigenem Bestand. Noch bis 30. November stellt sie die Werke von Stefan Pietryga und Moritz Götze mit Kassel-Bezug aus. Viel Sehens- und Lesenswertes finden Besucher im Documenta-Archiv (Untere Karlsstraße 4), das nicht nur eine hervorragende Bibliothek zur modernen Kunst besitzt, sondern auch die Nachlässe von Arnold Bode, Harry Kramer, Hans Hillmann und Floris M. Neusüss verwaltet. Einer von drei Orten der Ausstellung zum Reformationsjubiläum "Luther und die Avantgarde" ist die Karlskirche beim Rathaus. Hier sind Arbeiten der indischen Künstlerin Shilpa Gupta und des Berliner Künstlers Thomas Kilpper zu sehen.

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